Gedanken und Fortschritte zum Science-Fiction Rollenspiel Xegity

Wed, 08 Apr 2009

Attribute - Ein Überblick

In den Kommentaren zu meinem letzten Post kam die Frage nach den Attributen von Xegity auf. Wie bereits erwähnt gibt es fünf Attribute: Körper, Geist, Kommunikation, Netz und Psi. Die Auswahl orientiert sich nicht so sehr an dem Versuch, einen Charakter möglichst »realistisch« oder vollständig in seinen Eigenschaften zu erfassen. Es ging mir eher darum, allgemeine, relativ feste Eigenschaften für jeden Charakter festzulegen, die sich am Bedarf des Spiels orientieren. Das heißt: Alle Attribute sollen zu sinnvollen und in das Gameplay eingebundenen Aktionen passen.

Eine stark ungleichmäßige Verteilung der Attributstufen möchte ich vermeiden. Man findet sie in vielen Systemen mit »klassischer« Attributauswahl. Die führt dazu, dass manche Attribute immer hoch sind, weil sie erhebliche Vorteile im Spiel bieten, und andere immer niedrig (das berüchtigte Charisma-Dumping bei kampfzentrierten Systemen kommt mir da in den Sinn).

Die fünf Attribute lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Zum einen die an die Realwelt gebundenen Grundeigenschaften Körper, Geist, Kommunikation. Auf der anderen Seite die Meta-Attribute Netz und Psi. Meta deswegen, weil nicht so einfach aus den Grundeigenschaften eines Menschen ableitbar sind. Sie dienen quasi dazu, die Fähigkeiten des Charakters in den »magischen« Kräften (wenn man sie so sehen will) in eine handliche Größe zu fassen, wobei es möglich ist, dass sie eine Kombination verschiedener Realwelt-Attribute mit einer speziellen Fähigkeit sind, die dem Charakter zu Eigen ist.

Sinn der beiden Gruppen ist nicht nur die Unterscheidung, die sich aus dem Spiel ergibt (durch die Unterscheidung in Realwelt-Aktionen und Net-/Psi-Aktionen), sondern auch ein Balancing innerhalb der Gruppen. So sollten zum Beispiel keine Charaktere existieren, die maximale Psi- und Netz-Attribute haben und die übrigen vernachlässigen.

Realwelt-Attribute

Die Realwelt-Attribute entsprechen dem, was man aus anderen Systemen mit klassischer Attributauswahl kennt. Sie sind eine Vereinfachung der abgrenzbaren grundlegenden Eigenschaften eines Menschen. Die Abgrenzung erfolgt meist grob nach physischen, psychischen und sozialen Fähigkeiten und dann weiter innerhalb dieser Gruppen. Bei Xegity beschränke ich mich auf die groben Kategorien:

  • Körper - Dies umfasst die körperliche Leistungsfähigkeit: Stärke, Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Gewandtheit, Ausdauer, Sinnesschärfe.
  • Geist - Dies umfasst die geistige Leistungsfähigkeit: Intelligenz, Lernfähigkeit, Kreativität, Rechenfertigkeit, Auffassungsgabe, Konzentration, Intuition.
  • Kommunikation - Hierbei handelt es sich um soziale Fähigkeiten: Empathie, Ausstrahlung, Eloquenz, Kontaktfreudigkeit.

Ein Großteil der spielerisch interessanten Aktionen (die auch für das Setting typisch sind) wird sowieso in der Netz- und Psi-Dimension stattfinden. Für die interessanten Realwelt-Aktionen gibt es klare Charaktertypen, die wahrscheinlich nicht die einen oder andere Unterkategorie eines Attributs bevorzugen würden (ein Söldnertyp wird sowohl eine hohe Geschicklichkeit, Gewandtheit als auch Stärke brauchen, ein Techniker/Wissenschaftler benötigt Wissen und Intelligenz, und ein sozialer Typ Charisma und gutes Aussehen). Also spare ich mir und den Spielern diese zusätzliche Aufspaltung.

Meta-Attribute

Dies sind sozusagen die Attribute, auf denen die »Zauberei« bei Xegity basiert. Sie ergeben sich einerseits aus dem Setting (in dem es eben ein sehr fortschrittliches Netz, Nanotechnologie und Psionische Kräfte gibt), andererseits aber auch daraus, dass die Charaktere ungewöhnliche Fähigkeiten haben, die sie zu etwas Besonderem machen.

  • Netz - Intuitive Aktionen auf den verschiedenen Strata des Netzes. Höhere Strata werden als abstrakter wahrgenommen, haben aber auch größeren Einfluss auf die Realität. Die Effekte müssen aber durch (zahlreich vorhandene) Maschinen oder Nanotech (bei stärkeren Effekten obligatorisch) vermittelt werden, wenn sie sich auf die physische Realität beziehen.
  • Psi - Effekte, die durch Willenskraft und einen speziellen Bereich im Hirn hervorgerufen werden können. Auf niedrigen Stufen ist der aktive Teil nur schwach ausgebildet, aber alle Charaktere können psionischer Beeinflussung Widerstand entgegensetzen.

Wie bereits gesagt, wird ein Großteil der spektakulären und zumindest für die Spielercharaktere (in ihrer Rolle als Menschen mit besonders großem Potenzial) settingtypischen Effekte aus einer dieser beiden Kategorien stammen, soweit es um alte Alientechnologie geht, auch aus beiden. Da jede für sich genommen schon sehr mächtig ist, ist es erwünscht, dass jeder Charakter zumindest aktiv und auf das größte Potential gerichtet nur eine der beiden Kräfte nutzen kann. Ich werde das wohl so lösen, dass bestimmte Specials eben nur mit einer Mindeststufe in Netz oder Psi zugänglich sind.

Specials

In meinem vorangegangenen Artikel habe ich erläutert, dass zu jedem Attribut ein Pool gehört, aus dem ebenfalls zum Attribut gehörige Specials bezahlt werden können. Zum Abschluss möchte ich noch einen kleinen Ausblick geben auf die Specials, die zu jedem Attribut gehören könnten:

  • Körper - akrobatische Kunststücke/Bewegungen, Kampfkunstaktionen, besonders scharfe Sinne
  • Geist - besondere Gedächtnisleistungen (Gesichtergedächtnis, Textgedächtnis, Zahlengedächtnis, fotografisches Gedächtnis), Denkleistungen (komplizierte Rechnungen im Kopf lösen), Verständnisfähigkeiten (fremde/komplexe Technologie benutzen)
  • Kommunikation - Leute täuschen, beeindrucken, überzeugen. Kontakte einspannen.
  • Netz - Objekte erkennen/tarnen, Maschinen kontrollieren, Sensoren täuschen, VRs erzeugen, Eigenes/Fremdes Bewusstsein erkunden (oder manipulieren), verschiedene »zauberähnliche« Effekte mittels Nanotech hervorrufen, Netzbasierte Alientechnologie benutzen, Daten manipulieren.
  • Psi - Die gesamte Palette der bisher in Xegity verwendeten Psi-Effekte, allerdings stärker an die anderen Kräfte angepasst. Auf niedrigen Stufen also nur kleinere Kunststücke wie Empathie (auch über Kommunikation möglich), kleiner Psi-Schock, Vorahung, Sinnesverbesserungen etc.

Soviel erstmal zu den Attributen. Wie man die denn nun in der Charaktererschaffung festlegt, wie groß die Attributpools sind und andere wichtige Fragen sprengen den Rahmen dieses Artikels, aber ich werde sie natürlich beizeiten beantworten.

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