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Allan Cohen

Allan Cohen gründete im Jahr 2180, zusammen mit seiner späteren Ehefrau Chanya Yego, die Spacetraveller's Lounge. Es handelt sich dabei um die im Terranischen Sternenstaat des 23. Jahrhunderts wahrscheinlich am weitesten verbreitete und für Raumfahrer wichtigste interstellare Organisation. Obwohl Allan Cohen sich, zusammen mit dem größten Teil seiner Familie, aus dem öffentlichen Leben vollständig zurückgezogen hat, zählen Cohen und seine Frau immer noch zu den berühmtesten und berüchtigtsten Personen des Terranischen Sternenstaats. Besonders unter Grauen werden sie mit großem Respekt betrachtet. Obwohl sie einen Kult um ihre Person immer abgelehnt haben, kann man ihnen den Status von Volkshelden kaum absprechen. Und so ist auch Allan Cohens Vergangenheit - im Gegensatz zu seinem späteren Leben und seinen aktuellen Vorhaben - in der Folklore der interstellaren Zivilisation kein Geheimnis.

Aussehen

Schon vor Beginn des 23. Jahrhunderts haben sich Allan Cohen und seine Frau aus dem öffentlichen Leben des Terranischen Sternenstaats zurückgezogen. Es gibt daher auch von Allan Cohen keine Abbildungen, die verlässlich neueren Daten zugeordnet werden können. Auf älteren Bildern, die im Netz zahlreich vertreten sind, erscheint er als mittelgroß gewachsener junger Mann von solidem Körperbau. Seine dunkelblonden Haare trägt er meist kurz. Sein markantes und attraktives Gesicht zeigt auf den vielen Bildern Entschlossenheit oder ein gutmütiges Lächeln, aber oft auch eine Spur von Nachdenklichkeit. Allan Cohens Augen sind grau mit einem leichten blauen Schimmer. Die Insider der High-Society sind sich ziemlich einig darüber, dass Allan Cohen seine beträchtlichen finanziellen Möglichkeiten genutzt haben wird, um sich sein Aussehen und seine Gesundheit zu erhalten. Demnach kann sich sein Äußeres in den vielen Jahren nur wenig verändert haben. Unzweifelhafte Beweise für diese Behauptung gibt es allerdings nicht.

Kindheit und Jugend

Allan Cohen erblickte im Jahr 2146 auf einer der mittleren Ebenen von Terra Haven das Licht der Welt. Er war das erste Kind von Olivier Cohen und Gele Amies. Seine Eltern betrieben damals einen kleinen Zubehörhandel für Grav-Fahrzeuge, den Gele von ihrem Vater geerbt hatte. Das Geschäft lief zwar nicht schlecht, aber Allans Vater war mit dem Status Quo dennoch unzufrieden. Zum Einen störte ihn die erdrückende Größe der Hauptstadt, und die Tatsache, dass man selbst von den mittleren Ebenen den Himmel kaum sehen konnte. Zum Anderen träumte er von Freiheit und Abenteuer. Die Berichte über das zukünftige Leben auf den neuen Kolonien - natürlich sorgfältig von Regierung und Konzernen für diesen Zweck konzipiert - übten eine ungeheure Faszination auf ihn aus.

Doch so kurz nach dem ersten erfolgreichen interstellaren Raumflug stand die Emigration in andere Sternensysteme normalen Privatpersonen noch nicht offen. Erst um 2150 begann die Regierung damit, Programme für die Besiedelung der umliegenden Sternensysteme außerhalb von Sol aufzulegen. Olivier Cohen setzte alle seine Überredungskünste daran, seine Frau davon zu überzeugen, sich in dieses Abenteuer zu stürzen. Immerhin könnten sie so zu den ersten gehören, die ein Geschäft auf einer der äußeren Kolonien haben würden. Allans Mutter war von dem Plan wenig begeistert. Sie hing an dem Geschäft und ihrer Heimatstadt. Sie hatte auch ihre Zweifel, wie man dem kleinen Allan den plötzlichen Umzug auf einen anderen Planeten erklären sollte.

Allan, ein aufgeweckter und technisch interessierer Junge, war von der Idee aber sehr angetan - der Einfluss seines Vaters war nicht zu leugnen. Die Idee, zu den Sternen zu fahren, regte seine Fantasie an wie keine andere Sache auf der Welt. 2151 gab seine Mutter schweren Herzens dem Wunsch ihres Mannes nach. Die Familie bewarb sich für ein Kolonisierungsprogramm, dass sie nach Tau Ceti bringen würde, zu Tau Ceti I, der größten der in diesem System gegründeten Kolonien. Der Betrieb wurde verkauft, und Allans Eltern beschlossen, am Raumhafen von Tau Ceti I ein neues Geschäft zu eröffnen, sobald die Behörden die Genehmigung geben würden. Nicht alle Mitglieder der Familie waren über diesen Schritt begeistert. Wenn es allerdings jemanden gab, der das Wagnis begrüßte, dann war dies Arthur Amies. Allans Onkel war bereits vor der Ära des Überlichtflugs ein Kolonist gewesen, zuerst auf dem Mars, später auf dem Jupitermond Europa. Als die ersten Kolonien jenseits des Sol-Systems gegründet wurden, bemühte er sich ohne zu Zögern um einen Posten weiter außerhalb. Er bekam mit viel Glück und Beziehungen eine Stelle bei einem Subunternehmen des Konzerns Luna Technology, wo er in der Wartung der Überlichtschiffe eingesetzt wurde. Als Raumschifftechniker kam er viel herum, und hielt sich fast jede Woche an einem anderen Ort auf.

Frühe Kolonisten

Im Jahr 2152, Allans Eltern warteten immer noch auf die Genehmigung für ihr Geschäft, wurde Allan in die staatliche Schule für Kinder der Kolonisten in Tau Ceti I aufgenommen. Allan entpuppte sich als guter Schüler. Allerdings zeigte sich auch, dass er zahllose Flausen im Kopf hatte. Immer wieder wurde er mit seinen Freunden in Sektionen der Kolonie aufgegriffen, in denen Kinder eigentlich nichts verloren hatten. Unterdessen ließ die ersehnte Genehmigung weiter auf sich warten. Die mit der Kolonisierung beauftragten Konzerne hatten in dieser Zeit anscheinend wenig Interesse an unabhängigen Unternehmen. Sie wollten den Markt lieber selbst bedienen und in der Aufbauphase der Siedlungen möglichst viel Gewinn machen.

Als sich 2152 erneut Nachwuchs ankündigte, suchte Allans Vater sich einen Job am Raumhafen, um die Familie versorgen zu können und das Kapital aus dem Verkauf des Geschäftes zu schonen. Im nächsten Jahr wurde Allans Schwester Sibyl geboren. Einige Jahre vergingen. Olivier verbrachte viel Zeit mit seiner Arbeit und schenkte der Familie immer weniger Aufmerksamkeit. Für ihn war ein Traum in Erfüllung gegangen - er konnte an der Expansion der Menschheit aktiv mitarbeiten und hatte den tollen Geschichten etwas entgegenzusetzen, die Arthur von seinen zahllosen Reisen erzählte. Geles Traum dagegen war zerplatzt. Sie fühlte sich in Tau Ceti I nicht wohl, sie vermisste den blauen Himmel auf Terra, so wenig man davon auch sehen konnte - und nicht zuletzt hielt sie die Kolonie für einen schlechten Ort, um Kinder großzuziehen. In der Tat ging in der Gegend des Raumhafens rauhes Volk um, obgleich Zwischenfälle eher die Ausnahme waren. Die Stimmung zwischen Olivier und Gele verschlechterte sich zusehends.

Rückkehr nach Terra

Anfang 2157 erhielt Olivier das Angebot, am Raumhafen der neuen Kolonie im Chara-System als Techniker tätig zu werden. Er war davon begeistert, und die Familie schien ihn nicht mehr sehr zu kümmern. Gele entschloss sich schweren Herzens dazu, ihren Mann zu verlassen. Die Kinder sollten mit nach Terra Haven kommen und dort unter besseren Bedingungen aufwachsen. Allan war nun ein Bengel von 11 Jahren mit einem ausgeprägten Willen und vielen großen Plänen. Er hielt gar nichts davon, zurück nach Terra Haven zu gehen - er wäre lieber mit seinem Vater in den Rim hinaus geflogen. Doch als seine Mutter das Sorgerecht für die Kinder zugesprochen bekam, blieb ihm nichts anderes übrig, als ihr und seiner Schwester zurück nach Terra zu folgen, während sein Vater sich von seiner Familie verabschiedete und ein Shuttle nach Chara bestieg.

All dies machte Allan nur noch widerspenstiger. Er schwänzte die Schule und trieb sich immer öfter in den zwielichtigen Vierteln von Terra Haven herum. Seine Mutter versuchte, erneut in Terra Haven ein Geschäft aufzubauen. Sie konnte sich daher nicht so viel um Allan und seine Schwetser kümmern, wie sie gerne gewollt hätte. Im Alter von dreizehn Jahren drohte Allan in die Kriminalität abzusacken. Da Gele kein Vertrauen mehr zu Olivier hatte, wandte sie sich kurzerhand hilfesuchend an ihren Bruder. Arthur Amies glaubte genau zu wissen, was der junge Mann brauchte. Er bot an, dass Allan bei ihm im Althea-System leben könnte - oder wo auch immer es ihn in den nächsten Jahren hinziehen würde. Gele besprach dies mit Allan, hatte aber kaum noch Zugang zu ihm. Trotzdem war Allan der Idee nicht grundsätzlich abgeneigt. Arthur redete ihm ins Gewissen und konnte Allan schließlich überzeugen. So verließ Allan Terra erneut, diesmal mit Ziel Althea.

Wanderjahre

Arthur ließ Allan große Freiheiten, versuchte aber dennoch, ihm etwas Nützliches beizubringen. Neben seinen zahlreichen Eskapaden eignete sich Allan so im Laufe der Zeit einiges an technischem Wissen an. Er hielt zwar wenig von einem geregelten Leben und verbrachte viel mehr Zeit mit Freunden auf den unteren Ebenen. Aber er brauchte doch eine Menge Geld für seine Aktivitäten. Illegale Geschäfte, das hatte Allan schnell festgestellt, waren mit großen Unannehmlichkeiten verbunden, wenn man dabei erwischt wurde. In den folgenden drei Jahren wechselte Arthur einige Male seinen Aufenthaltsort in verschiedene Sonnensysteme, wobei Allan ihn begleitete. Schließlich, Allan war gerade 16 Jahre alt geworden und lebte nun im Ceara-System, befand Arthur, dass der Junge alt genug für eine richtige Ausbildung wäre. Er kontaktierte ein paar alte Freunde und verschaffte Allan einen Ausbildungsplatz als Raumschifftechniker. Über die Vorzüge dieses Berufs hatte er seinen Neffen immerhin schon jahre lang instruiert, und so ging Allan auf das Angebot ein.

Die Zuständigen bei dem Unternehmen, in dessen Anlagen am Raumhafen Allan seine Ausbildung angetreten hatte, waren sich bald nicht mehr sicher, ob sie angesichts seines eigenwilligen Charakters und seiner Fähigkeiten Lachen oder Weinen sollten. Er erschien zwar nur selten pünktlich oder überhaupt zur Arbeit, aber dafür lernte er überaus schnell - vieles schien er sogar schon zu wissen - und wenn er einmal konzentriert arbeitete, dann konnte er erstaunliche Ergebnisse vorweisen. So - und vermutlich auch mit reichlich gutem Zureden durch Arthur - wurden seine Unpässlichkeiten bereitwillig toleriert.

Ende 2165 erhielt Allan tatsächlich ein Zertifikat. Zwar hatte seine Lehre auf Grund der versäumten Arbeitstage etwas länger gedauert, aber seine Leistungen wurden von seinen Vorgesetzten als beeindruckend genug empfunden. Übernehmen wollten sie ihn allerdings nicht - etwaige Gefallen, die sie Arthur schuldeten, waren in ihren Augen mehr als erwidert. Zudem wollte Allan seinerseits nicht länger auf Ceara bleiben. Er fühlte sich zu Höherem berufen und pochte darauf, ein Raumschiff fliegen zu wollen. Die Zuständigen bei seinem Ausbildungsbetrieb hatten aber alles andere vor, als einen unberechenbaren Hallodri wie Allan an die Kontrollen eines mehrere Millionen Credits teuren Überlichtschiffs zu lassen - ganz zu schweigen von dem Risiko, dass er durch unverantwortliche Benutzung einer solchen Maschine andere Menschen in Gefahr bringen konnte. So musste sich Allan in den folgenden Jahren mit Gelegenheitsjobs am Raumhafen durchschlagen. Glücklicherweise nahm der Raumschiffverkehr rund um Ceara mit den wachsenden Aktivitäten der größeren Konzerne und dem sich ankündigenden Kolonisierungsboom rapide zu, und so gab es für begabte Techniker wie Allan immer genug zu tun.

Licht und Schatten

Allans Leben hatte aber auch eine andere Seite. Seine Freunde kamen meist von den unteren Ebenen, und er selbst fühlte sich dort auch zuhause. Man konnte interessante neue Drogen ausprobieren, die Frauen waren hübsch und nicht zu anspruchsvoll in ihren Erwartungen, Überwachungsdrohnen der Kolonieautorität traf man nur spärlich an. Er nutzte über viele Jahre jede Gelegenheit, um nebenbei ein paar krumme Geschäfte zur Aufbesserung seines spärlichen Lohns zu drehen. Erst als er mit ansehen musste, wie viele seiner Freunde gegen unberechenbare Neuentwicklungen in der Drogenlandschaft verloren, oder jedes Augenmaß verloren und im großen Stil kriminell wurden, fing er an, seinen Weg zu überdenken. Allans Onkel Arthur war zu dieser Zeit eigentlich weitgehend aus seinem Leben verschwunden und wieder seinen eigenen Weg gegangen - mal hier, mal dort, und nie länger als unbedingt nötig am selben Ort. Allan begann, sich auf Ceara zu langweilen. Er hielt sich mehr und mehr von den unteren Ebenen fern und versuchte stattdessen, einen Job an Bord eines Raumschiffs zu bekommen. Doch die wenigsten Unternehmen konnten seinem Werdegang und einer Einschätzung seines Charakters viel abgewinnen - trotz seiner unbestreitbaren und oft bewiesenen technischen Kompetenz.

Im Jahr 2172 erhielt Allan unerwartet Nachricht von Arthur, der sich wieder einmal für einige Wochen auf Ceara aufhielt. Arthur erzählte Allan, dass ein kleines, lokales Unternehmen, für das er seit einiger Zeit als Techniker tätig war, einen Raumpiloten suchte. Arthur versprach, ein gutes Wort für Allan einzulegen - wenn dieser bereit wäre, endlich Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. Es war die Gelegenheit, auf die Allan gewartet hatte. Ohne zu Zögern willigte er in den Deal ein, und wenig später lernte er auch die anderen vier Piloten der Operation kennen.

Neue Perspektiven

Unter diesen Piloten war auch Chanya Yego. Obwohl sie nicht Allans bisherigen Vorstellungen von seiner Traumfrau entsprach, war sie unbestreitbar hübsch, und ihr Charakter hatte etwas Unbestimmbares, das ihn faszinierte. Unglücklicherweise schien sie sich auch für etwas Besseres zu halten - sie hatte anscheinend eine Ausbildung bei einem größeren Konzern genossen. Auch die Tatsache, dass sie an Allans Fähigkeiten zweifelte, ein Raumschiff erfolgreich zu kommandieren, trug nichts Gutes zur Stimmung zwischen den beiden bei. Doch nun waren sie im selben Team - und das letzte Wort sollte zwischen den beiden noch nicht gesprochen sein. Voller begeisterter Erwartungen machte sich Allan daran, seine neuen Aufgaben zu erfüllen.

Den Rest der gemeinsamen Geschichte von Chanya Yego und Allan Cohen finden Sie im folgenden Abschnitt!

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