IDs

Unabhängig davon, zu welcher gesellschaftlichen Schicht ein Mensch gehört, kann sie auf legale Weise zumindest eine ID besitzen. Auf illegale Weise sind sogar mehrere IDs pro Person möglich, aber daraus sollte man im eigenen Interesse keine öffentlich zugängliche Information machen. ID steht kurz für „Identification” (Identifizierung) und bezeichnet allgemein eine Möglichkeit, einem Menschen eine Identität zuzuordnen. Sie besteht zunächst einmal aus einem Datensatz, in dem Informationen über die betreffende Person gespeichert sind, und einer Möglichkeit, diesen Datensatz einer Person eindeutig zuzuordnen. Im Terranischen Sternenstaat umfasst der Datensatz zumindest den Namen, ein VR-Bild zur optischen Kontrolle, eine Kom-ID, die zur Kontaktaufnahme verwendet werden kann, und falls vorhanden einen primären Wohnsitz, sowie die einen zur eindeutigen Identifizierung ausreichenden Teil der DNA des Inhabers.

Vergabe

IDs werden in verschiedenen Klassen von den zuständigen Autoritäten vergeben. Bei der Autorität kann es sich entweder um den Terranischen Sternenstaat handeln, oder um einen Konzern mit staatenähnlichem Status. Allen voran vergeben die beiden Megakonzerne Luna Technology und Alpha Spaceflight neben dem Terranischen Sternenstaat selbst die meisten IDs. Andere Konzerne mit diesem Recht sind die Echelon Biolabs, 'Allstar Colony Corporation', 'Proxima Spacebuilding', und 'Genesis Biotechnology'. Davon abgesehen vergeben einige kleinere, vorwiegend im Rim aktive Konzerne und Magistraturen eigene IDs, die aber nicht überall anerkannt sind. Sie werden dann entweder wie eine gleichwertige ID des Terranischen Sternenstaats behandelt, oder in ungünstigen Fällen auch als Blaue ID oder gar (insbesondere durch Alpha Spaceflight) als ungültig eingestuft. Dies liegt daran, dass die vergebenden Autoritäten untereinander Verträge über die gegenseitige Anerkennung der IDs schließen. Ohne einen solchen Vertrag gibt es dann auch keine Anerkennung der Bürgerrechte der ID-Inhaber einer anderen Vergabeautorität.

Status

Je höher der gesellschaftliche Status des Bürgers, desto höher die mögliche ID-Klasse. Konzerne und Regierungsinstitutionen verwenden den Wechsel zwischen ID-Klassen aktiv zur Belohnung ihrer Mitarbeiter und zur Ableitung von Privilegien. In den anderen Gesellschaftsschichten bedeutet eine ID der untersten Klasse (Blau), dass es sich bei dem Inhaber um ein Mitglied der Gesellschaft handelt, das zumindest nicht kriminell auffällig geworden ist. Die nächsthöhere ID-Klasse (Weiß) erhalten nur produktive Gesellschaftsmitglieder. Als solche werden meist nur Konzerner und Angehörige der Mittelschicht eingestuft. Höhere ID-Klassen sind Personen in besonderen Positionen vorbehalten, wie Politikern mit einem bestimmten Einfluss, erfolgreichen Unternehmern oder dem höheren Management der Konzerne.

Wechsel der ID

Neue Bürger des Terranischen Sternenstaats oder Angestellte eines Konzerns, das heißt Kinder, werden in der Regel zunächst die gleiche ID-Klasse eingestuft wie ihre Eltern. Bei offiziellem Eintritt in die Laufbahn, also in der Regel mit sechzehn Jahren, bekommen sie dann eine ID abhängig von ihrer Beschäftigung. Je nach Rang innerhalb der Hierarchie kann diese ID höher oder niedriger als die ID der Eltern sein. Ein Wechsel von einer ID-Klasse in eine höhere oder niedrigere kann auf Antrag oder durch Verfügung der vergebenden Autorität erfolgen. Ein Antrag auf eine höhere ID muss natürlich durch einen entsprechenden Bedarf, das heißt einen bereits erreichten gesellschaftlichen Status, gerechtfertigt sein. Innerhalb eines Konzerns ist eine höhere ID fast immer an eine Beförderung gekoppelt, so dass sich ein Antrag ohne Aussicht auf einen besseren Posten praktisch nicht lohnt. Außerhalb der Konzerne ist die Vergabe der IDs an Faktoren wie den Umsatz des eigenen Unternehmens und die Mitarbeiterzahl sowie oft auch Kontakte zu den richtigen Stellen gebunden. Die meisten Angehörigen der Mittelschicht müssen sich mit einer Weißen ID zufrieden geben. Auf der anderen Seite kann eine ID herabgestuft oder sogar entzogen werden, insbesondere wenn sich der Inhaber strafbar gemacht hat. Der Rechtsweg steht zwar den höheren ID-Klassen noch offen, bei Entzug einer ID der untersten Klasse geht der Inhaber allerdings praktisch in den Status eines Rechtlosen über. Die erneute Erteilung der ID kann dann sehr schwierig werden.

Klasse Vergabe
Blau Jeder Bürger, der keine schwerwiegenden Verbrechen begangen hat
Weiß Jeder Bürger mit geregelter Beschäftigung (selbständig oder angestellt)
Bronze Unteres Management, Politiker auf Kolonieebene, Unternehmer mit mindestens 10 Mio. cr Jahresumsatz
Silber Mittleres Management, Politiker auf Planetenebene, Unternehmer mit mindestens 100 Mio. cr Jahresumsatz
Gold Höheres Management, Politiker auf Staatsebene, Unternehmer mit mindestens 1 Mrd. cr Jahresumsatz
Platin Höchstes Management, Präsident und Minister, Unternehmer mit mindestens 10 Mrd. cr Jahresumsatz
Schwarz Agenten mit Sonderbefugnis in allen staatenähnlichen Gebieten
IDs - Klassen und Vergaberichtlinien

ID-Karten

Lange Zeit wurde über die beste Form diskutiert, eine ID mit einer bestimmten Person zu verbinden. Vor Auflösung der Nationalstaaten auf Terra gab es mehrere Fälle, in denen in einigen Staaten die ID den Menschen als Chip implantiert wurde. Andererseits fand dies nie Anklang in allen Staaten und wurde vor allem von einflussreichen Persönlichkeiten in Politik und den Führungsetagen der Konzerne auf breiter Basis abgelehnt. Zudem setzte sich die Auffassung durch, dass prinzipiell ein Bürger selbst wählen können sollte, von welcher Autorität er eine ID erhalten möchte. Der Diskussion lag wohl zu Grunde, dass die Angehörigen der Oberschicht und weiter Teile der selbständigen Mittelschicht kein Interesse daran hatten, stets eindeutig identifiziert werden zu können. Alles in allem konnte die implantierte ID trotz reger Unterstützung mancher Kräfte in der Gesellschaft keinen ausreichenden Anklang finden, so dass sie in der Verfassung des Terranischen Sternenstaats letzten Endes auch nicht gefordert wird. Man hat sich stattdessen für eine weniger invasive und klassische Variante in Form einer ID-Karte entschieden. Die ID-Karte muss zwar niemand mit sich führen, was eine gewisse Freiheit erlaubt, andererseits können viele öffentliche und private Gebäude nur mit der passenden ID betreten werden. Darüberhinaus erlaubt die ID immer die eindeutige Identifizierung der Person mittels ihrer DNA. Dabei wird die DNA bei der Prüfung der ID in der Regel nahezu berührungslos über einen Sensor erfasst. Die DNA selbst ist sehr schwer zu fälschen, und wenn ist dafür teure und wenig verfügbare Cyberware oder Nanotechnologie erforderlich. Andererseits ist es keineswegs unmöglich, wie immer wieder von Grauen und auch Kriminellen auf eindrucksvolle Weise demonstriert wird.

ID-lose

Ein Mensch mit einer ID kann diese nur durch ein ordentliches Verfahren verlieren, in dem eine schwerwiegende kriminelle Tat rechtskräftig festgestellt wird. Natürlich gibt es weite Spielräume, sowohl was den Verlauf eines ordentlichen Verfahrens, als auch was die Definition einer schwerwiegenden kriminellen Tat betrifft. Nach Verlust der ID wird das Leben für die Betroffenen schwer. Zwar stehen ihnen offiziell alle Menschenrechte zu, es gibt aber niemanden, der sich aktiv für deren Schutz einsetzt. Die Staatsanwaltschaften der diversen Autoritäten befassen sich nur auf Antrag und bei voller Kostenübernahme durch den Antragsteller mit Straftaten, die gegen eine ID-lose Person (in der Verfassung des Sternenstaats auch als „Subjekt mit durch vorsätzlich eigenverschuldetes Agieren gegen primäre Zivilisationsrichtlinien verwirkten Bürgerprivilegien” bezeichnet) verübt werden. Die Sicherheitsdienste des Sternenstaats oder der Konzerne sind nicht verpflichtet, einem ID-losen bei Bedrohung von Leib und Leben Hilfe zu leisten. Das heißt zwar nicht, dass sich moralisch integre Sicherheitsleute nicht verpflichtet fühlen, auch diese Menschen zu schützen - viele ID-lose sehen aber keine andere Alternative, als sich kriminellen Organisationen anzuschließen, und werden so automatisch zu Feinden der Sicherheitsorganisationen. Zivilrechtlichen Schutz genießen diese Personen ebenfalls kaum. Auch wenn sie theoretisch den Rechtsweg beschreiten können, sofern sie die Kosten selbst übernehmen, verlangen die Gerichte meist erheblich höhere Gebühren. Die kriminelle Akte der Person wird im Verfahren natürlich gegen sie verwendet und zieht jede Aussage gegen einen unbescholtenen Bürger mit ID von vorneherein in Zweifel.

Blaue ID

Die Blaue ID ist die unterste Klasse der ID, die von allen Autoritäten anerkannt wird und dem Inhaber grundlegende Bürgerrechte zugesteht. Einige Autoritäten im Rim vergeben zwar auch niedrigere ID-Klassen oder stufen gar alle Bürger in eine einheitliche ID-Klasse ein. Diese Experimente werden aber von den etablierten Großkonzernen und dem Terranischen Sternenstaat eher als Schabernack betrachtet und nicht akzeptiert. Mit der Blauen ID ist der Inhaber zumindest grundsätzlich ein anerkannter Bürger einer staatenähnlichen Autorität. Sie ist berechtigt, auf eigene Kosten die Gerichte anzurufen, um ihr Recht durchzusetzen. Sicherheitsorgane der jeweiligen Autorität sind verpflichtet, der betreffenden Person bei Gefahr für Leib und Leben Hilfe zu leisten - wobei eine unterlassene Hilfeleistung kaum geahndet wird, wenn die Gefahr für das Sicherheitspersonal selbst in diesem Fall erheblich war. Einen besonderen Schutz des persönlichen Eigentums durch die Sicherheitsbehörden gibt es in dieser ID-Klasse nicht. Ebenso besteht kein Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung und Privatsphäre, sollte es einen Verdacht gegen die Person geben. Während es Personen ohne ID grundsätzlich nicht erlaubt ist, Waffen zu besitzen oder mitzuführen, dürfen Bürger mit Blauer ID die für diese ID-Klassen zulässigen Waffen besitzen und auch mitführen - das sind in der Regel halbautomatische Projektilpistolen, im Rim auch leichte MASER-Pistolen.

Der Staat (oder Konzern), der diese ID vergibt, garantiert dem Inhaber darüberhinaus auch einen sehr niedrigen Lebensstandard als Ausgangsbasis. So kann man mit einer Blauen ID im Terranischen Sternenstaat jederzeit Nahrungsmittel an Automaten beziehen und in allen größeren Kolonien einen abschließbaren Alkoven mit Netzanschluss, Abfallentsorgung und VR-Ausstattung benutzen (der umgangssprachlich auch „Sarg” genannt wird). Erstaunlicherweise legen gerade die großen Konzerne die Leistungen in dieser ID-Klasse großzügiger aus. Alpha Spaceflight rühmt sich damit, jedem seiner Bürger der ID-Klasse Blau auch eine Arbeit zur Verfügung zu stellen. Viele ziehen allerdings Nahrungsmittelautomaten und VR-Sarg immer noch diesen Beschäftigungen vor. Eine allgemeine Krankenversicherung gibt es auf dieser ID-Stufe nicht, allerdings wird Bürgern mit Blauer ID bei Lebensgefahr und Verfügbarkeit medizinische Hilfe geleistet. Wenn der Bürger diese Behandlung nicht bezahlen kann, hat dies üblicherweise keine gravierenden Konsequenzen.

Weiße ID

Die Weiße ID wird an Bürger vergeben, die einer geregelten Beschäftigung nachgehen. Sie verleiht ihrem Inhaber volle Bürgerrechte, die auch von allen staatlichen Autoritäten (oder denen der Konzerne) anerkannt werden müssen. Sicherheitsorgane der Autoritäten sind verpflichtet, Leib, Leben und Eigentum des Inhabers einer Weißen ID zu schützen. Straftaten gegen den Inhaber werden gegen Zahlung einer geringen Gebühr von den Staatsanwaltschaften verfolgt. Wenn es sich um besonders schwere Straftaten handelt, deren Verfolgung im öffentlichen Interesse liegt, ist dies sogar kostenlos. Unverletzlichkeit der Wohnung und Privatsphäre müssen allerdings bei Ermittlungen gegen den Bürger durch die Strafverfolgungsbehörden nicht berücksichtigt werden - ein Bürger mit Weißer ID hat ja üblicherweise nichts zu verbergen. In dieser ID-Klasse sind Bürger meist über das Unternehmen, bei dem sie beschäftigt sind, krankenversichert (gerade bei größeren Konzernen ist dies üblich). Ansonsten müssen sie selber eine Versicherung abschließen, wenn sie dies für nötig halten.

Weitere Vorteile der Weißen ID sind von der vergebenden Autorität abhängig. In manchen Kolonien sind gewisse öffentliche Verkehrsmittel den Besitzern dieser und höherer ID-Klassen vorbehalten. Einige Konzerne statten Bürger mit Weißer ID auch mit einer Wohnung aus, die dem Konzern gehört aber kostenfrei benutzt werden kann. Kein Konzern (und schon gar nicht die Regierung des Terranischen Sternenstaats) will respektable Bürger in VR-Särgen sehen. Oft gehört auch eine Freikarte zur Benutzung von Grav-Taxis in allen größeren Kolonien zu den Leistungen der ID-Klasse. Natürlich sind diese Annehmlichkeiten immer an die Anstellung gebunden - wie auch die ID-Klasse selbst.

Bronze ID

Die ID der Klasse Bronze ist für Angehörige des unteren Managements der Konzerne oder der höheren Verwaltungsebenen der staatlichen Institutionen und erfolgreiche Unternehmer vorgesehen. Neben dem vollen, kostenfreien Schutz der Rechte des Inhabers auf straf- und zivilrechtlicher Ebene durch die vergebende Autorität sind mit der ID viele weitere Annehmlichkeiten verbunden. Die vergendenen Autoritäten unterhalten eine spezielle Infrastruktur, die nur von Mitgliedern dieser oder höherer ID-Klassen benutzt werden kann - auch für private Zwecke. Dazu gehören Suites in den größeren Kolonien, Grav-Limousinenservices, oder gar bewaffnete Eskorten, wenn sich der Inhaber auf besonders gefährliches Gebiet wagen muss. Alle medizinischen Dienste sind verpflichtet, dem Inhaber dieser ID rasch Hilfe zu leisten, wenn dessen Gesundheit in Gefahr ist. Die Wohnung eines Bürgers mit Bronzener ID gilt als unverletzlich, ebenso wie dessen Privatsphäre. Ermittlungsbehörden benötigen in diesem Fall die Genehmigung eines Gerichts der zuständigen Autorität. In dieser ID-Klasse genießen Bürger auch ein erweiteres Recht auf Freiheit. Sie können nicht länger als 6 Stunden auf bloßen Verdacht hin festgehalten werden. Fluchtgefahr wird bei solch etablierten Mitgliedern der Gesellschaft grundsätzlich nicht angenommen.

Personen mit Bronzener ID haben erweiterte Besitz- und Mitführungsrechte für Waffen und Cyberware. Sie (oder ihre Leibwächter) dürfen beispielweise auch vollautomatische Waffen und LASER-Gewehre in der Öffentlichkeit tragen oder Net-Interfaces mit hoher Bandbreite und Kampfsoftware verwenden. Auf ein Zerebralinterface und diverse Standardmodule besteht zwar kein Rechtsanspruch, jedoch gehört diese Ausstattung im Terranischen Sternenstaat und bei allen größeren Konzernen zu den Leistungen, die Angestellten in dieser ID-Klasse regulär gewährt werden.

Als besonders merkwürdiges und oft übersehenes Detail sind alle Bürger mit ID-Klasse niedriger als Bronze verpflichtet, in einer Gefahrensituation für Leib und Leben den Bürgern mit höherer ID-Klasse auf deren Verlangen zur Hilfe zu kommen. Kommen sie der Aufforderung nicht nach, können sie wegen unterlassener Hilfeleistung belangt werden. Dies kommt natürlich nur selten vor - Angehörige der ID-Klasse Bronze haben meist Besseres vor, als sich unnötig einer Gefahr auszusetzen, und wenn es wider Erwarten doch einmal dazu kommt, suchen sie ihr Heil selbst lieber in der Flucht und überlassen die Arbeit dem jeweils betrauten Sicherheitsunternehmen.

Silber ID

Die ID-Klasse Silber ist eine weitere Steigerung gegenüber der ID-Klasse Bronze und umfasst zusätzliche Rechte und Privilegien. Ihre Vergabe ist in der Regel an einen bestimmten Status innerhalb der Laufbahn gekoppelt. Die Infrastruktur, die Angehörigen der ID-Klasse Silber kostenlos zur Verfügung steht, unterscheidet sich zwar nur in größeren Kolonien maßgeblich von der, die auch den Bürgern mit Bronzener ID zugänglich ist, bietet aber gerade dort einige zusätzliche Annehmlichkeiten, die als Statusssymbol dienen. Riesige Suites, exklusive Lounges, ganze Parks mit opulenten palastähnlichen Bauten, private Raumyachten und schwer bewaffnete Eskorten stehen überall auf Abruf bereit, wohin der versilberte Bürger seinen Fuß setzen möchte.

Bürger mit Silberner ID genießen nicht nur erheblichen Schutz ihrer Rechte durch alle Behörden, die etwas dazu beitragen können - sie genießen sogar eine gewisse Immunität vor dem Gesetz. Dazu gehört ein erweitertes Recht auf Leben und Freiheit. Bürger der ID-Klasse können von keiner Autorität zur Todesstrafe oder Freiheitsstrafe von mehr als 10 Jahren verurteilt werden. Zwangsarbeit (die höchste Strafe im Terranischen Sternenstaat) ist ebenfalls ausgeschlossen. Eine Inhaftierung ist nur bei vorliegenden stichhaltigen Beweisen möglich, die praktisch schon zu einer Verurteilung reichen würden. Die Zustimmung der Autorität, die die ID vergeben hat, ist vor einer Festnahme grundsätzlich erforderlich. Zu einer Befragung müssen sie allenfalls für 2 Stunden erscheinen, und auch in diesem Fall ist die Rechtsabteilung der zuständigen Autorität zuvor zu informieren. Selbstverständlich bieten alle vergebenden Autoritäten einen umfassenden und für die Inhaber kostenfreien Rechtsschutz für Angehörige dieser ID-Klasse.

Gold ID

Die ID der Klasse Gold bietet zusätzlich zu allen Vorteilen der ID-Klasse Silber noch einmal eine deutliche Stärkung der Immunität gegenüber dem Gesetz. Die höchstmögliche Freiheitsstrafe ist auf 5 Jahre beschränkt. Um Bürger dieser Klasse überhaupt belangen zu können, ist eine offizielle Untersuchung der Magistratur des jeweiligen Planeten oder Systems erforderlich - was vergleichbar damit ist, dass ein planetares Gesetz erlassen wird, um gegen den Inhaber der ID ermitteln zu können. Natürlich ist das ohnehin kaum nötig, da man nicht erwarten kann, dass ein derart verdientes Mitglied der Gesellschaft jemals einen Rechtsbruch begehen könnte.

Angehörige dieser ID-Klasse dürfen alle Waffen und alle Cyberware uneingeschränkt benutzen und auch Untergebenen in ihrem Auftrag die Benutzung gestatten. Sie sind sogar berechtigt, sich eigene Armeen und Raumflotten aufzubauen und diesen Befehle zu erteilen - was aber nicht bedeutet, dass ihnen dies in der Praxis immer möglich ist. Zwar dürfen sie zu ihrem eigenen Schutz eine private Sicherheitstruppe aufbauen, aber natürlich sehen es weder Staat noch Konzerne gerne, wenn einzelne Angestellte ihren Sicherheitsdiensten und Raumflotten Konkurrenz machen. In der Praxis ist das aber wohl auch noch nicht vorgekommen, außer in einigen wenigen Fällen im Outer Rim.

Platin ID

Nur wenige Bürger können auch nur davon träumen, jemals in diese ID-Klasse aufzusteigen, selbst wenn sie viel erreicht haben und in der Laufbahn weit vorangeschritten sind. Die ID der Klasse Platin ist dem Präsidenten des Sternenstaats, den Ministern und den Führungsetagen der Konzerne vorbehalten. Einige Inidividuen haben es auch unabhängig von einer offiziellen Position geschafft, in diese ID-Klasse aufzusteigen, was aber bedeutet, dass sie in entsprechenden Kreisen ein außergewöhnlich hohes Ansehen genießen (die High-Socienty Presse verbreitet beispielweise das Gerücht, die ehemaligen und legendären Grauen Chanya Yego und Allan Cohen gehörten zumindest zu dieser ID-Klasse - Kritiker halten dem entgegen, die beiden hätten keinerlei ID nötig).

Platin IDs werden im Terranischen Sternenstaat von einem Ausschuss des CSE vergeben, bei den Konzernen von der Konzernspitze. Es ist wenig erhellend, die Infrastruktur zu erwähnen, die Angehörigen dieser ID-Klasse zur Verfügung steht. Denn Personen mit Platin ID haben derart viel Einfluss, dass ihnen schon allein aufgrund ihrer Position ganze Planeten und mächtige Raumflotten zur uneingeschränkten persönlichen Verfügung stehen. Vermutlich würde sich dies auch bei Wegfall der ID nicht ändern.

So groß die Barrieren zur Erlangung dieser ID-Klasse für einen Bürger sein mögen, so umfangreich sind auch die Rechte, die sich daraus ergeben. Man könnte natürlich einwenden, dass ein derart hoch in der Machthierarchie positioniertes Individuum sowieso keinen Bedarf mehr für eine ID hat, da seine Möglichkeiten durch politischen und wirtschaftlichen Einfluss weit über die durch die ID garantierten Rechte hinaus gehen. Das ist sicher nicht von der Hand zu weisen, aber dennoch gibt es einige Sonderrechte, die allein den Angehörigen dieser ID-Klasse vorbehalten sind. Neben allen Privilegien der niedrigeren ID-Klassen stehen Inhaber einer Platin ID praktisch außerhalb des Gesetzes. Um sie zu belangen muss sich im Terranischen Sternenstaat der CSE selbst mit der Anschuldigung befassen, und zwar unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Für eine Verurteilung des Beschuldigten ist in diesem Fall eine Zweidrittelmehrheit des CSE erforderlich. Die großen Konzerne haben für diesen Zweck einen speziellen Rechtsausschuss, der sich üblicherweise natürlich aus Freunden, Zöglingen und langjährigen Vertrauten der Beschuldigten selbst zusammensetzt. Aber selbst für den vollkommen unwahrscheinlichen Fall, dass eine Verurteilung gelingen sollte, können Mitglieder dieser ID-Klasse dem Gestz nach maximal zum Hausarrest für 5 Jahre auf einem Planeten ihrer Wahl verurteilt werden.

Schwarze ID

Viele Menschen halten die Existenz einer Schwarzen ID für ein Gerücht, ein romantisches Konzept aus Agentenfilmen und den eifrigen Federn der Verschwörungstheoretiker. Diesen Menschen ist allerdings nicht bewusst, dass die entsprechenden Erlasse tatsächlich existieren und auch im Netz verfügbar sind, wenn man sorgfältig genug danach sucht. Natürlich sind auch alle Mitarbeiter von Sicherheitsorganen dienstlich darüber informiert worden - was nicht alle davon abhält, das Ganze ins Reich der Legenden zu verbannen, weil sie in ihrer mehrjährigen Dienstlaufbahn noch nie eine Schwarze ID, geschweige denn ihren Inhaber, zu Gesicht bekommen haben.

Ausreichene Recherche jedoch wird belegen, dass die Schwarze ID tatsächlich existiert. Sie wird ausgesuchten Agenten des Terranischen Sternenstaats und der großen Konzerne erteilt. Es wird davon ausgegangen, dass die Bedingungen für die Vergabe vertraglich streng geregelt sind. Immerhin verleihen IDs dieser Klasse weitreichende Befugnisse - kaum eine Tür ist den Inhabern verschlossen. Sie sind berechtigt zum Einsatz aller verfügbaren Mittel, alle Sicherheitsorganisationen und militärischen Einheiten sämtlicher Autoritäten, die sich dem Vertrag unterworfen haben, sind zur Zusammenarbeit verpflichtet. Der Inhaber kann für keine seiner Aktivitäten im Rahmen der Ausübung seines Auftrags rechtlich belangt werden - allein ein Disziplinarverfahren durch den jeweiligen Dienstherren ist möglich.

Man darf nicht vergessen, dass diese unbeschränkte Macht nur um den Preis der bedingungslosen Loyalität erteilt wird. Über jedem Inhaber einer Schwarzen ID steht ein Inhaber einer Platin ID - wenn nicht sogar die gesamte Verwaltungsmaschinerie und etablierte Ordnung des Sternenstaats oder eines Megakonzerns. Diese Autoritäten setzen die Agenten mit Schwarzer ID ein, um ihr eigenes System und die Koexistenz mit den anderen Vertragsparteien zu schützen. Es kann als sicher angenommen werden, dass sie bei der Auswahl der Kandidaten für diese Position kein Risiko eingehen. Die Inhaber der Schwarzen ID stellt man sich folglich als bedingungslos loyale, bis in den letzten Winkel ihres Wesens überzeugte Gefolgsleute mit brennender Liebe zur Gerechtigkeit und unumstößlicher Moral vor - so zumindest der Eindruck, den offizielle Stellungnahmen zum Thema erwecken möchten.

Berichte über das Auftauchen solcher Agenten gibt es viele, aber nur wenige werden von einer nennenswerten Anzahl an Leuten als authentisch akzeptiert. Manche Verschwörungstheoretiker vertreten die These, die Agenten mit Schwarzer ID seien ausnahmslos mächtige Psioniker, und sie stünden deshalb über den Regierungen und Konzernführungen, weil sie diese vollständig kontrollierten. Kritiker halten dem entgegen, dass derart mächtige Psioniker keinerlei ID zur Durchsetzung ihrer Interessen benötigten.

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