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Gesellschaft

Wenn es etwas gibt, das die Zivilisation im Terranischen Sternenstaat zusammenhält und ihre einzelnen Mitglieder miteinander verbindet, dann ist dies die Tatsache, dass es sich bei ihnen letzten Endes um Menschen handelt. Nicht alle haben auf die gleiche Weise das Licht der Welt erblickt. Nicht alle sind ihrer biologisch-körperlichen Form treu geblieben. Es gibt zahlreiche Unterschiede in ihrem Äußeren, in ihrer Lebensweise und in ihrer Weltanschauung. Manche müssen einen täglichen Kampf ums Überleben auf desolaten Welten des Outer Rim erdulden, manche genießen eine dekadente und sorgenfreie Existenz in den Megametropolen des Core. Aber sie alle sind Menschen, oder wissen zumindest, was es heißt, ein Mensch zu sein. Sie wissen sicher, dass sie nicht allein im All sind. Und sie wissen, dass es andere Formen der Existenz gibt, die letzten Endes zu einer Bedrohung für die menschliche Zivilisation werden könnten. All dies bildet ein feines Netz, dass die Zivilisation im Jahr 2246 über alle gesellschaftlichen Grenzen hinweg zusammenhält. Die Frage ist nur, ob und wie lange es der allseitigen Belastung noch standhalten kann.

Natürliche und Künstliche

Die Bürger des Terranischen Sternenstaats sind nicht alle auf dem gleichen Weg zur Welt gekommen. Es gibt die einen, die auf natürliche Weise als leibliche Kinder ihrer Eltern geboren wurden, und die anderen, die in einer der Anlagen der Echelon Biolabs auf künstlichem Wege erzeugt wurden. Die Regierung hat immer versucht, die Gegensätze, die sich daraus ergeben, möglichst gering zu halten. So sind Natürliche („Naturals”, oder „Nats”) und Künstliche („Artificials”, oder „Arts”, manchmal auch eher abwertend „Products” oder „Prods” genannt) zumindest rechtlich gleichgestellt. In der Realität gibt es aber zwischen beiden Teilen der Gesellschaft sowohl Gemeinsamkeiten, als auch deutliche Unterschiede.

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Die Bürger

Gleichgültig auf welche Weise ein neuer Bürger des Terranischen Sternenstaats das Licht der Welt erblickt hat, sofern es sich nicht gerade um eine Psionikerin handelt, stehen ihr prinzipiell die selben Möglichkeiten offen. Künstliche verlassen die „Fertigungsanlagen” oft in einem sehr frühen Stadium. Konzerne haben die Wahl, die Menschen bereits im embryonalen Stadium zu übernehmen. Sie können dann natürlichen Müttern eingepflanzt werden, die meist aus den Reihen der eigenen Angestellten stammen und nicht selten sogar speziell für diesen Zweck bezahlt werden, oder sie werden „In Vitro” - in einer künstlichen Gebärmutter - herangezogen, bis sie reif für die „Geburt” sind. Bei den größten Konzernen ist dies der Regelfall. Andere Abnehmer oder Privatkunden, die nicht über entsprechende Anlagen verfügen, übernehmen die neuen Menschen erst nach der „Geburt”, also schon als voll entwickelte Säuglinge. Die Echelon Biolabs haben auch Einrichtungen, um Babys und Kleinkinder einige Jahre lang zu versorgen. Die Erziehung erfolgt dann, wie bei anderen Konzernen auch, durch speziell dafür ausgebildete Ersatzmütter und Familien, sowie durch holografische Instruktoren und virtuelle Realität. Generell bleibt aber nur ein kleiner Prozentsatz der jährlichen „Produktion” länger als ein paar Monate in der Obhut der Echelon Biolabs und damit unter dem direkten Einfluss der KIs.

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Die Grauen

Ein Leben Abseits der einengenden Konzernlaufbahn und der Perspektivlosigkeit einer Existenz in der Unterschicht ist, allen Widrigkeiten zum Trotz, auch in der Zivilisation des Jahres 2246 möglich. Dies gelingt zwar nur verhältnismäßig wenigen Individuen, aber durch die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit, durch Können, persönlichen Einsatz und eine große Portion Glück, gelingt es immer wieder Menschen, sich ein funktionierendes Leben außerhalb der festgelegten Strukturen aufzubauen. Es gibt keine größere Organisation, die sich speziell für diese Gruppe stark macht, ihre Interessen öffentlich vertritt und sie gegen äußere Bedrohungen in Schutz nimmt. Es gibt keine Garantie auf ein Leben ohne Sorgen und einen fürsorglichen Ansprechpartner, der in allen Situationen die richtige Lösung parat hat, ganz zu Schweigen von der Macht, sie auch umzusetzen. Diese Menschen leben zwischen den Fronten, sie sind weder Staatsbürger noch Konzerner, weder schwarz noch weiß. Es hat sich daher die Bezeichnung „Graue” für sie eingebürgert.

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IDs

Unabhängig davon, zu welcher gesellschaftlichen Schicht ein Mensch gehört, kann sie auf legale Weise zumindest eine ID besitzen. Auf illegale Weise sind sogar mehrere IDs pro Person möglich, aber daraus sollte man im eigenen Interesse keine öffentlich zugängliche Information machen. ID steht kurz für „Identification” (Identifizierung) und bezeichnet allgemein eine Möglichkeit, einem Menschen eine Identität zuzuordnen. Sie besteht zunächst einmal aus einem Datensatz, in dem Informationen über die betreffende Person gespeichert sind, und einer Möglichkeit, diesen Datensatz einer Person eindeutig zuzuordnen. Im Terranischen Sternenstaat umfasst der Datensatz zumindest den Namen, ein VR-Bild zur optischen Kontrolle, eine Kom-ID, die zur Kontaktaufnahme verwendet werden kann, und falls vorhanden einen primären Wohnsitz, sowie die einen zur eindeutigen Identifizierung ausreichenden Teil der DNA des Inhabers.

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Corer und Rimmer

Neben all den Möglichkeiten die Bevölkerung in verschiedene Kategorien einzuteilen, die sich mehr oder weniger aus der rechtlichen Situation oder althergebrachten gesellschaftlichen Traditionen ergeben, gibt es noch eine Unterteilung, die sich erst durch die Ausbreitung der Menschheit in den interstellaren Raum ergeben hat. Die ist die Unterscheidung in Corer, also Bewohner des Core, und in Rimmer, also die Bewohner des Rim. Der Core ist die Zone rund um das Heimatsystem der Menschheit, Sol, und die alten Kolonien im Umkreis von 20 bis 30 Parsec. Der Rim umfasst alle übrigen Kolonien, vorwiegend aber die an der Grenze des Zivilisationsraums, des Outer Rim. Die Unterscheidung in Corer und Rimmer steht auf keinem Papier, in keinem Gesetz, nichtmal in einer Konzernrichtlinie. Sie ergibt sich aus den Lebensbedingungen, dem Alltag und der subjektiven Zukunftseinschätzung der Bewohner der jeweiligen Gebiete. Es handelt sich um einen Gegensatz, der sich nur aufgrund der enormen Distanzen zwischen den einzelnen Welten entwickeln konnte. Er geht zurück auf die hohe Bevölkerungsdichte, die Allgegenwärtigkeit des Zeitgeistes im Core und auf die Einsamkeit und rauhen Lebensbedingungen im Rim.

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Psioniker

Auch dreißig Jahre nach ihrem ersten Auftritt in der Öffentlichkeit kämpfen die psionisch begabten Menschen noch immer um ihren Platz in der Gesellschaft. Ein Großteil der Bevölkerung im Terranischen Sternenstaat betrachtet sie mit großem Misstrauen, wenn nicht gar mit unverhohlener Ablehnung. Viele Bürger fühlen sich durch die Psioniker und ihre unberechenbaren Fähigkeiten bedroht. Auf der anderen Seite werden sie gerade von den Konzernen und staatlichen Behörden als begehrte Ressource angesehen. Für viele Psioniker endet die Suche nach Integration daher schon frühzeitig in einem der Psi-Corps. Dort haben sie zwar einen festen Platz in der Hierarchie der Psioniker, aber letzten Endes sind sind sie ihr Leben lang der Disziplin und den strengen Regeln des Corps unterworfen und dabei gesellschaftlich trotz allem isoliert.

Offiziell allen anderen Menschen rechtlich gleichgestellt, unterliegen die Psioniker faktisch einer erheblichen Reglementierung und Kontrolle durch die Behörden und die misstrauische Öffentlichkeit. Vielen gemäßigten Psionikern bleibt als Ausweg nur das Untertauchen in den Randgruppen der menschlichen Zivilisation. Andere fühlen sich als überlegene Exemplare einer neuen Gattung von Menschen. Sie nutzen ihre Kräfte insgeheim zu ihrer persönlichen Bereicherung und bestätigen damit die schlimmsten Befürchtungen der Skeptiker.

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Raumpiraten

Es gibt kaum eine andere organisierte Gruppierung innerhalb der Gesellschaft des Terranischen Sternenstaats, die die Bevölkerung ähnlich stark polarisiert wie die Raumpiraten. Für die Autoritäten des Staats und der Konzerne sind die Raumpiraten Kriminelle und Terroristen, ein Sicherheitsproblem, das rücksichtslos ausgemerzt werden muss. Für die Menschen im Outer Rim, verlassen von den Annehmlichkeiten der Zivilisation, sind die Piraten Beschützer, Versorger und Geschäftspartner zugleich. Und die Raumpiraten selber sehen sich überwiegend als Geschäftsleute und Kämpfer gegen das Chaos an den äußeren Grenzen des Rims. Viele empfinden auch ein tiefgehendes Gefühl der Verantwortung für die von den Konzernen im Stich gelassene Bevölkerung. Nicht wenige Menschen im Core haben eine romantisch verklärte Vorstellung vom abenteuerlichen Leben der Raumpiraten. Zwar mag dies auf die erfolgreichsten Piratenclans und deren Anführer tatsächlich zutreffen, für die meisten ist jedoch das Dasein als Raumpirat eher eine Notwendigkeit und brutale Realität. Raumpiraten leben in ständiger Gefahr, im andauernden Kampf mit den Autoritäten. Sie können aber auch außerordentliche Früchte ihrer Tätigkeit genießen.

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Die Künstlichen Intelligenzen

Die Künstlichen Intelligenzen, kurz auch KIs genannt, Programmkonstrukte ungeheurer Komplexität, von denen man annimmt, dass sie ein eigenes Bewusstsein entwickelt haben, sind eine neue Macht im Terranischen Sternenstaat - vielleicht sogar weit darüber hinaus. Manche Leute bestreiten ihre Existenz, oft religiös motiviert, manchmal aus Angst, oder sogar weil sie eine wissenschaftliche Theorie vertreten, nach der so etwas wie ein künstliches Bewusstsein nicht existieren kann.

Obwohl man über diese Frage tatsächlich streiten kann - seit Jahren tobt eine rege Diskussion innerhalb wie außerhalb der Fachkreise, ist der Einfluss der KIs auf die Geschicke der menschlichen Zivilisation nicht mehr zu leugnen. Über ihre Herkunft besteht nicht weniger Kontroverse als über ihr Wesen, und ihre Ziele als eigene Zivilisation innerhalb der Zivilisation haben die KIs bis heute gegenüber ihren mutmaßlichen Erschaffern nicht offengelegt.

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