Welt ► Terranischer Sternenstaat ► Organisationen ► Spacetraveller's Lounge

Spacetraveller's Lounge

Die Spacetraveller's Lounge ist der vermutlich älteste Zusammenschluss freier Raumfahrer, und darüberhinaus die wichtigste Organisation, die die Arbeit der Grauen im gesamten Terranischen Sternenstaat unterstützt. Sie ist auch eine der am weitesten verbreiteten Organisationen überhaupt - man findet Außenposten der Spacetraveller's Lounge in den entlegendsten Winkeln des Outer Rim, inmitten des Core, auf den Gebieten aller Konzerne ebenso, wie in den Regionen, die staatlicher Kontrolle unterliegen. Die Mitgliedschaft in der Spacetraveller's Lounge steht allen Raumfahrern offen, oft steht sie in direkter Verbindung zum Betrieb eines eigenen Raumschiffs.

Die Lounges

Die Grundlage des Angebots der Spacetraveller's Lounge, frei übersetzt „Lounge der Raumreisenden”, sind abgeschlossene Räumlichkeiten, die man an nahezu jedem Raumhafen im gesamten Terranischen Sternenstaat findet. Auf den großen Spaceports des Core und der Rim Hubs handelt es sich um weitläufige, mehrstöckige Anlagen, die aus Aufenthaltsräumen, Bars und Restaurants, gemütlichen Ecken und privaten Büros und Konferenzräumen bestehen. Auf den kleinen, schlecht ausgebauten Flugfeldern der Rim Außenposten nimmt oft eine einfache Bar auch die Funktionen der Spacetraveller's Lounge wahr. Die Lounges selbst sind meist nach einem bestimmten Thema eingerichtet - es ist aber üblich, dass dieses Thema etwas mit Raumfahrt zu tun hat. Schließlich soll das Ambiente vor allem Raumfahrern gefallen.

Der Zugang zu den Räumlichkeiten der Spacetraveller's Lounge erfolgt mit der Keycard oder Flugerlaubnis für ein Raumschiff. Gegen eine einmalige Gebühr (im Jahr 2246 etwa 5.000 cr) erhält jeder Raumpilot - meist im Paket mit der Keycard oder Flugerlaubnis für ein Raumschiff - auch eine Zugangsberechtigung zur Spacetraveller's Lounge. Diese Berechtigung kann zusammen mit der Keycard übertragen werden, oder auch an andere Schlüsselkarten für das gleiche Raumschiff weitergegeben werden. Es muss sich aber um ein Raumschiff im aktiven Dienst handeln, und dieses Raumschiff muss über eine gültige ID verfügen. Diese Daten werden nur beim Zugang zur Lounge geprüft. Das Verfahren stellt der Spacetraveller's Lounge eine für ihre Mitglieder angenehme Exklusivität sicher. Sie ist ausschließlich Raumpiloten, Kapitänen und deren Besatzungsmitgliedern zugänglich.

Dienstleistungen

In den Lounges bieten sich den Mitgliedern zunächst eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Entspannung. Fast alle Lounges verfügen über gemütliche Sitzecken in einem geschmackvollen Ambiente und Barbetrieb, der das leibliche Wohl sicherstellt. Raumfahrer haben nach einer langen Weltraumreise einen ersten Anlaufpunkt, wo sie Gleichgesinnte treffen und sich über die aktuellen Geschehnisse des Sektors austauschen können. Die Lounge eignet sich aber auch, um nach Ankunft auf dem Raumhafen einfach wieder einmal den festen Boden unter den Füßen zu genießen. Größere Lounges bieten sogar zusätzliche Freizeiteinrichtungen wie Pools und Sportanlagen - in sehr großen Kolonien wie Terra Haven gibt es in der örtlichen Spacetraveller's Lounge sogar einen Golfplatz.

Doch mit der Entspannung allein endet das vielfältige Angebot der Spacetraveller's Lounge noch nicht. Obwohl prinzipiell alle Raumfahrer Zugang haben - auch Mitarbeiter von Konzernen und staatlichen Institutionen - ist die Organisation vor allem auf die Bedürfnisse unabhängiger Raumfahrer zugeschnitten. Dabei steht die Unterstützung bei der Vermittlung und Durchführung von Aufträgen aller Art im Vordergrund. Die ausgeklügelte Infrastruktur der Spacetraveller's Lounge ermöglicht es sogar, Auftraggeber und Auftragnehmer für Operationen an den Grenzen der Legalität mit Erfolg zusammenzuführen. Besonders für Graue ist die Lounge damit eine sehr wichtige Anlaufstelle.

Das System zur Auftragsvermittlung basiert auf anonymen Identitäten, die alle Mitglieder sich kostenlos einrichten können. Diese Konten sind nicht an die realen Identitäten der Mitglieder gebunden, allerdings wird die reale Identität bei Einrichtung einer neuen anonymen Identität einmalig geprüft. Unter der anonymen Identität können dann Aufträge in das System eingestellt werden. Diese Aufträge lassen sich in den Räumlichkeiten der Spacetraveller's Lounge über Infoterminals einsehen, und zwar über eine VR-Schnittstelle oder einen Port. Das Netz ist aber vollkommen organisationsintern und nutzt praktisch nur Infrastruktur der Spacetraveller's Lounge oder von Vertragspartnern mit hohen Sicherheits- und Vertrauensstandards. Ein Auftraggeber hat nach Vollendung des Auftrags die Möglichkeit, die Vertraulichkeit und Qualität der Arbeit des Auftragnehmers zu bewerten. Ebenso kann der Auftragnehmer die Ernsthaftigkeit und Zuverlässigkeit des Auftraggebers bewerten. Aus diesen Bewertungen wird dann durch das System ein Reputations-Score für jede anonyme Identität berechnet. Auftraggeber haben die Möglichkeit, die Sichtbarkeit eines Auftrags vom Reputations-Score des Auftragnehmers abhängig zu machen. Auf diese Weise sind lukrative, gefährliche oder gar illegale Aufträge nicht für jedermann einsehbar.

Das System basiert also auf Netzwerken des Vertrauens. Es ist aber auch möglich, vollkommen abgeschlossene Gruppen zur Auftragsvergabe einzurichten. Die Organisation betreibt großen Aufwand, um die Integrität und Sicherheit des Systems zu schützen. Es wird von erfahrenen Hackern, neuster Sicherheitssoftware und vermutlich auch umfassende Verträge mit Konzernen und dem Staat gesichert. Wie all dies möglich ist, erscheint vielen Außenstehenden oft als ein Rätsel. Es ist aber auch erkennbar, dass die Spacetraveller's Lounge nicht nur eine lange Tradition in der Branche hat, sondern durch ihr breites Mitgliederspektrum auch Kontakte zu allen nur erdenklichen Mächten und einflussreichen Größen im Terranischen Sternenstaat pflegt.

Die Spacetraveller's Lounge bietet allen Mitgliedern die Möglichkeit, ihre einfache Mitgliedschaft auf eine Premium-Mitgliedschaft aufzuwerten. Gegen eine nicht zu knappe Gebühr (im Jahr 2246 2.000 cr/Monat) können so alle Freizeitangebote kostenlos benutzt werden. Außerdem steht Premium-Mitgliedern für die Dauer ihres Aufenthalts an allen größeren Raumhäfen ein eigenes Büro zur Verfügung. Zusätzlich können Premium-Mitglieder auch den Lager- und Logistikservice der Lounge in Anspruch nehmen. Dabei werden beliebige Waren in versiegelten Containern in Lagerhallen der Lounge verwahrt. Die Spacetraveller's Lounge verfügt über Abkommen mit den Raumhäfen, die sicherstellen, dass die Waren und Ausrüstung unter Umgehung aller offiziellen Verfahren von den Raumschiffen der Mitglieder in die Räumlichkeiten der Lounge gebracht werden können. Allerdings ist es nicht immer ohne Weiteres möglich, sie aus den Anlagen der Spacetraveller's Lounge auch in die jeweilige Kolonie einzuführen, oder umgekehrt. Dies ist immer von den Abkommen mit der lokalen Autorität abhängig, auf den Gebieten großer Konzerne oder des Staats ist ein solch freier Warenaustausch allerdings selten möglich. Trotzdem eignet sich der Dienst ausgezeichnet, um Gegenstände unbehelligt von den Behörden zumindest zwischen den Mitgliedern der Spacetraveller's Lounge auszutauschen.

Organisation

Die Spacetraveller's Lounge ist offiziell ein nicht profitorientierter Zusammenschluss von freien Raumfahrern. Sie finanziert sich nach eigenen Angaben aus der Aufnahmegebühr, den Beiträgen der Premium-Mitglieder. Obwohl sie jede gewinnabsicht abstreitet, macht sie einigen Profit, der zum Ausbau der Räumlichkeiten und zur Eröffnung neuer Außenposten in den entlegensten Winkeln des Weltalls verwendet wird. Die Spacetraveller's Lounge verfügt natürlich nicht nur über Immobilien, sondern beschäftigt auch viele tausend eigene Mitarbeiter.

Der Vorstand der Spacetraveller's Lounge besteht seit Anbeginn aus Chanya Yego und Allan Cohen. Der Folklore nach sind die beiden Graue, die sich nach einem sehr lukrativen, aber auch gefährlichen Geschäft vor rund 65 Jahren zur Ruhe gesetzt und kurz darauf die Spacetraveller's Lounge gegründet haben. Viele bis dahin vorhandene Zusammenschlüsse mit ähnlichen Zielsetzungen haben sich daraufhin der Spacetraveller's Lounge angeschlossen und sind mittlerweile vollständig in der Organisation aufgegangen. Yego und Cohen scheuen die Öffentlichkeit, sie bevorzugen es, ihre Vertrauten für öffentliche Auftritte heranzuziehen. Auch ist unklar, inwieweit sie die täglichen Geschäfte noch selber ausführen. Es gilt aber als sicher, dass sie die Fäden im Hintergrund ziehen und noch lange Zeit die Geschichte der Spacetraveller's Lounge lenken werden.

Geschichte

Die Spacetraveller's Lounge ist eine der ältesten unabhängigen Organisationen des Terranischen Sternenstaats. Ihre Tradition reicht zurück bis in das Jahr 2180, als die Kolonisierungswelle in voller Fahrt war, und sich für verwegene Glücksritter im zivilisierten All allerlei neue und ungeahnte Möglichkeiten auftaten. Chanya Yego und Allan Cohen waren zu dieser Zeit schon viele Jahre lang als Kopf einer Gruppe von Grauen im Gebiet des heutigen Outer Core des Terranischen Sternenstaats aktiv gewesen. Damals war allerdings der Staat noch gar nicht gegründet. Yego, Cohen und die anderen Mitglieder der Gruppe hatten zahlreiche Möglichkeiten, in den chaotischen Bedingungen für ihre eigenen Ziele tätig zu werden. Die Konzerne waren dabei, das All unter sich aufzuteilen, und dabei schien ihnen jedes Mittel Recht. Gerüchte besagen, dass Yego und Cohens Gruppe von Grauen wechselnd für Luna Technology und Alpha Spaceflight tätig war, und dabei in brisante Machenschaften verwickelt wurde.

Als Ergebnis dieser riskanten, aber lukrativen Tätigkeit brachten sie es zu bedeutendem Einfluss und Unmengen an Geld und Ausrüstung. Am Ende verfügten sie über eine kleine Flotte und die gleichzeitige Unterstützung der größten Konzerne - eine schier unglaublich anmutende Leistung. Über die genauen Hintergründe des damaligen Unternehmens ist zwar nichts bekannt, es wird aber davon ausgegangen, dass sich die Gruppe im Verlauf ihrer Operationen einigen Einfluss in der Konzernwelt und der Politik des jungen Terranischen Sternenstaats sichern konnte. In den Augen vieler Grauer sind Yego und Cohen daher noch heute schillernde Figuren, wenn nicht sogar Vorbilder, die einige Verehrung genießen.

2180 gründeten Yego, Cohen und ihre Freunde offiziell die Spacetraveller's Lounge und machten zahllose Deals mit Besitzern von Bars und anderen passenden Räumlichkeiten in allen Winkeln des zivilisierten Weltalls. In den folgenden Jahren breitete sich der Franchise rasant aus, und allerorts wurden die Lounges ausgebaut, verbessert oder in neue Gebäude verlegt. Auch die Beziehungen des Vorstands der Spacetraveller's Lounge zu großen Konzernen und den offiziellen Behörden erwiesen sich als äußerst wertvoll. Ein besonders genialer Schachzug der Gründer bestand darin, die Mitgliedschaft an die Erteilung von Lizenzen für die Nutzung von Raumschiffen zu koppeln. Es ist immer noch ungewiss, welche Gegenleistung die jeweiligen Autoritäten dabei von der Spacetraveller's Lounge in Aussicht gestellt bekamen. Vermutlich handelte es sich um eine Kombination aus Serviceangebot und Ausnutzung des bestehenden Einflusses. Es ist aber auch möglich, dass die Konzerne selbst an einem Netzwerk interessiert waren, über dass sie auf unkomplizierte Weise und sicher vor der Konkurrenz Graue für Aufträge aller Art engagieren können. Und das Konzept der Spacetraveller's Lounge scheint jedem Raumfahrer etwas zu bieten, ganz gleich, ob sie nun unabhängig operiert, oder im Konzerndienst steht.

Chanya Yego und Allan Cohen geben sich in Bezug auf ihr Privatleben nicht weniger öffentlichkeitsscheu, als in Bezug auf ihre Vergangenheit. Es ist aber weithin bekannt, dass die beiden seit 2195 verheiratet sind und auch einige inzwischen erwachsene Nachkommen haben. In Terra Haven verfügt die Familie über ein großes Anwesen auf der höchsten Ebene inmitten der Stadt. Dank moderner Biotechnologie und Cyberware sollen sich beide bester Gesundheit und jugendlichem Aussehen erfreuen. Manche Gerüchte besagen, dass einer oder gar beide gar keinen biologischen Körper mehr haben. Die Spekulationen reichen von einem Upload in Androidenkörper bis hin zu Nanokörpern oder sogar psionischer Transzendenz. Letzteres wird von Experten allerdings bezweifelt. Zwar war Espen Malstrom, ein recht fähiger freier Psioniker, Mitglied von Yegos und Cohens Gruppe von Grauen. Er soll auch immer noch als guter Freund der Familie zur Seite stehen. Allerdings wurde Malstrom selbst hin und wieder in der Öffentlichkeit gesehen, und hat derartige Behauptungen stets energisch dementiert.

© 2005-2008 Jörn P. Meier  •  Impressum  •  Datenschutz  •  Kontakt: webmaster@ionflux.org  •  Letzte Aktualisierung: 2008-09-21  •  Version: 2.0  •  Sprache: en | de  •  Die Texte auf dieser Seite unterliegen einer Creative Commons Lizenz. Sie dürfen die Inhalte dieser Website unter bestimmten Bedingungen in eigenen Projekten verwenden. Für weitere Informationen folgen Sie bitte diesem Link.