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Proben

Glücklicherweise erfordert nicht jede Handlung eines Charakters in der Spielwelt von Xegity eine Fertigkeitsprobe. Charaktere sind normalerweise gut in der Lage, sich ohne größere Probleme fortzubewegen, zu atmen oder sich anderen Menschen in einfachen Anliegen mitzuteilen. Fertigkeitsproben sollen nur dann abgelegt werden, wenn eine Situation die Anwendung spezialisierten Wissens erfordert. In diesen Fällen ist es nicht selbstverständlich, dass ein Charakter die vor ihr liegende Aufgabe mit dem gewünschten Ergebnis erfüllen kann. Manchmal erfordern die benötigten Fähigkeiten mehrere Wochen, Monate oder gar Jahre intensive Auseinandersetzung mit einer Thematik. In diesen Fällen kann der Spielleiter verlangen, dass eine Fertigkeitsprobe durchgeführt wird. Auch ein Spieler kann eine solche Probe vorschlagen, wenn sie das Gefühl hat, die Aufgabe sei für ihren Charakter keine selbstverständliche Tätigkeit. In vielen Fällen legen auch die Regeln automatisch eine Probe nahe, zum Beispiel im Kampf, beim Hacking oder bei der Anwendung psionischer Kräfte. Die Entscheidung über die Durchführung und die Schwierigkeit einer Probe liegt aber letzten Endes immer beim Spielleiter.

Fertigkeitenproben

Die häufigste Ausprägung einer Probe ist die Fertigkeitenprobe. In diesem Fall steht ein Charakter vor einer Aufgabe, deren Ergebnis nicht von Anfang an mit hoher Wahrscheinlichkeit feststeht. Es kann Umwelteinflüsse geben, die die Aufgabe erschweren. Es gibt aber keine aktiven Versuche seitens anderer Charaktere oder Maschinen, den Charakter an der Erfüllung der Aufgabe zu hindern. Die Welt wartet darauf, dass der Charakter seine Fähigkeiten anwendet und die Aufgabe löst oder daran scheitert. Am Ende ist ein breites Spektrum von Ergebnissen möglich, von einem katastrophalen Fehlschlag bis hin zu einem grandiosen Erfolg.

Die übliche Schwierigkeit für eine Fertigkeitenprobe ist 3. Diese Grundschwierigkeit kann durch Modifikatoren erhöht oder erniedrigt werden. Modifikatoren hängen von Umwelteinflüssen zur Zeit der Anwendung der Fertigkeit ab, sie können aber auch durch eine der Aufgabe eigene höhere oder niedrigere Schwierigkeit begründet sein. In jedem Fall ist eine Aufgabe nur dann zufriedenstellend erfüllt, wenn die Summe der Erfolge bei der Probe mindestens so groß ist wie die zuvor festgelegte Schwierigkeit.

Schwierigkeit Mod.
extrem einfach -3
sehr einfach -2
einfach -1
normal 0
schwer +1
sehr schwer +2
extrem schwer +3
Proben - Modifikatoren

Aufgaben, die eine Probe erfordern, können in verschiedene Schwierigkeitsgrade zwischen extrem einfach (-3) und extrem schwer (+3) eingeteilt werden. Mit dieser Methode kann vom Spielleiter nach eigenem Ermessen ein Modifikator abgeleitet werden. Oft ergibt sich der Modifikator aber auch aus einer für den Spezialfall gültigen Regel. Die speziellen Modifikatoren für bestimmte Aufgaben können den anderen Abschnitten des Regelwerks und den Beschreibungen der Fertigkeiten entnommen werden. Die allgemeinen Modifikatoren für Proben finden Sie in der Tabelle.

Um eine Fertigkeitenprobe tatsächlich durchführen zu können, muss ein Charakter eine zur Aufgabe passende Fertigkeit haben. Normalerweise entscheidet der Spielleiter, welche Fertigkeiten dafür in Frage kommen. Es kann aber auch Situationen geben, in denen die Fertigkeit durch spezielle Regeln vorgegeben ist. In vielen Fällen kann eine bestimmte benötigte Fertigkeit auch durch eine andere, verwandte Fertigkeit ersetzt werden. Dann steigt die Schwierigkeit der Probe. Der Modifikator ist um so größer, je mehr sich die beiden Fertigkeiten unterscheiden. Üblicherweise ist eine solche Probe aber zumindest sehr schwer (+2).

Es wird aber auch vorkommen, dass ein Charakter gar nicht über die geforderte Fertigkeit oder eine geeignete Alternative dazu verfügt. In diesem Fall darf nur der Attributbonus als Würfelpool verwendet werden. Falls auch der Attributbonus 0 ist, kann der Spielleiter den Spieler einen einzigen Würfel würfeln lassen und anhand des Ergebnisses entscheiden, wie drastisch die Probe fehlgeschlagen ist. In diesem Fall gibt es aber nur zwei Möglichkeiten, eine gute und eine schlechte. Wegen der Grundschwierigkeit von 3 ist es nahezu unmöglich eine Probe ohne die passende Fertigkeit zu schaffen, wenn sie nicht gerade sehr einfach ist.

Ergebnis Bedeutung
-6 katastrophal
-5 verheerend
-4 miserabel
-3 kritisch
-2 misslungen
-1 unzureichend
0 akzeptabel
1 erbaulich
2 kompetent
3 hochwertig
4 überragend
5 perfekt
6 grandios
Proben - Ergebnis

Falls eine passende Fertigkeit vorhanden ist, läuft jede Fertigkeitenprobe nach dem gleichen Schema ab. Ausgehend von der Grundschwierigkeit werden die Modifikatoren addiert. So ergibt sich die Schwierigkeit für die Probe. Dann wird eine Anzahl von Würfeln gewürfelt, die der Summe aus Fertigkeitswert und Attributbonus entspricht. Die Menge dieser Würfel wird Würfelpool genannt. Werden zehnseitige Würfel (W10) verwendet, dann zählt jeder Würfel als ein Erfolg, sofern er einen Wert größer oder gleich 6 zeigt. Die Summe aus den Erfolgen im Würfelpool und der Professionalität der Fertigkeit ist das Ergebnis der Probe. Das Ergebnis setzt sich also immer aus automatischen Erfolgen und den zufallsabhängigen Erfolgen des Würfelpools zusammen. Ist das Ergebnis mindestens so groß wie die Schwierigkeit, dann gilt die Probe als geschafft. Anderenfalls ist die Probe nicht geschafft. Ist das Ergebnis größer als die Schwierigkeit, dann wurden sogar zusätzliche Erfolge erzielt. Je mehr zusätzliche Erfolge erzielt wurden, desto besser ist das Ergebnis. Umgekehrt ist das Ergebnis um so unzureichender, je weiter es unter der Schwierigkeit liegt. Eine Einordnung verschiedener Ergebnisqualitäten kann der Tabelle entnommen werden.

Verwendung von Spezialisierungen

Jede Aufgabe, die durch Anwendung einer bestimmten Fertigkeit gelöst werden soll, fällt in das Gebiet einer bestimmten Hauptfertigkeit. Meistens kann der Anwendungsfall aber genauer eingeordnet werden, als nur in ein übergeordnetes Spezialgebiet. In diesem Fall sollte eine Probe auf die zugehörige Spezialisierung der Hauptfertigkeit durchgeführt werden, anstatt auf die Hauptfertigkeit selbst. Verfügt ein Charakter über die benötigte Spezialisierung, dann entstehen keine zusätzlichen Modifikatoren auf die Schwierigkeit. Wenn aber ein Charakter nicht über die benötigte Spezialisierung verfügt, dann wird je nach Spezialisierung die Probe einfacher oder schwieriger. Die Modifikatoren ergeben sich oft aus dem Zusammenhang. Richtwerte für einzelne Spezialisierungen sind im Abschnitt über Fertigkeiten und Spezialisierungen angegeben.

Um eine Probe auf eine Spezialisierung durchzuführen, werden einfach alle Werte der Spezialisierung und ihrer übergeordneten Fertigkeit addiert. Die für die Probe gültige Professionalität ergibt sich also als Summe der Professionalität in der Spezialisierung und der Professionalität in der Hauptfertigkeit. Der effektive Fertigkeitwert ergibt sich auf die gleiche Weise als Summe beider Fertigkeitswerte. Der Attributbonus ist immer der der Hauptfertigkeit, da Spezialisierungen keinen Attributbonus haben. Hat eine Spezialisierung ihrerseits weitere Spezialisierungen, dann werden bei einer Anwendung einer Spezialisierung alle Werte übergeordneter Fertigkeiten und Spezialisierungen jeweils addiert. Beispiele für Proben auf Spezialisierungen finden Sie im Abschnitt über Fertigkeiten und Spezialisierungen.

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