Welt ► Interstellare Raumfahrt ► Raumschiffe ► Schlachtkreuzer

Schlachtkreuzer

Schlachtkreuzer sind mächtige Kriegsschiffe, die entwickelt wurden, um ganze Sternensysteme ohne Notwendigkeit komplexer Operationen militärisch abzusichern. Im Kriegsfall sollen sie als Flaggschiffe an der Spitze größerer Flotten stehen. Im üblichen Einsatz kommen sie dank ihrer Größe und Schlagkraft aber auch gut alleine zurecht. Die bloße Anwesenheit eines Schlachtkreuzers reicht meist schon aus, um ein System wirkungsvoll zu befrieden. Piratenflotten meiden die direkte Konfrontation mit Schiffen dieser Größe, da ein offener Kampf in jedem Fall schwere Verluste bedeuten würde, wenn nicht gar die Vernichtung der gesamten Flotte. Glücklicherweise ist es noch nie zu einem größeren Gefecht gekommen, an dem Schlachtkreuzer direkt beteiligt waren - ein Hinweis auf die enorme abschreckende Wirkung, die die Schiffe durch ihre schiere Größe und Kampfkraft entfalten.

Schlachtkreuzer sind zwar inzwischen nicht mehr die größten unter allen militärischen Raumschiffen, aber dennoch sind sie eine imposante Erscheinung. Das gilt besonders in den seltenen Fällen, wo man sie mit bloßen Augen bewundern kann. Sie bildeten schon zu Beginn ihrer Indienststellung um 2200 eine der größten aller Schiffsklassen, auch wenn zivile Frachter schon zu dieser Zeit alle übrigen Raumschiffe durch ihre Abmessungen in den Schatten stellten. Die Gesamtlänge der Schlachtkreuzer liegt in der Regel zwischen einem und fünf Kilometern. Abhängig von Baujahr und Hersteller gibt es eine Vielzahl von Bauformen, jede mit ihren speziellen Stärken und Schwächen. Unter den militärischen Raumschiffen sind nur Träger und Superschlachtschiffe, auch Dreadnaughts genannt, größer als Schlachtkreuzer.

Ihrem Namen zum Trotz sind auch Schlachtkreuzer tatsächlich Trägerschiffe. Das großzügige Raumangebot, dass die Hüllen trotz der gewaltigen Reaktoren, Antriebe und Waffensysteme in ihrem Inneren bieten, wird überwiegend zur Unterbringung kleinerer Schiffe und automatisch gelenkter Flugkörper verwendet. Dass die Schlachtkreuzer trotzdem eine eigene Klasse bilden und nicht den verschiedenen Trägern zugerechnet werden, hat historische Gründe und ist vor allem auf ihre Einsatzrolle zurückzuführen.

Die meisten Schlachtkreuzer der TSSF und der Konzerne operieren im Outer Rim, wo sie als vorgeschobene Basen zur Absicherung neu erschlossener Systeme verwendet werden. Die mächtigen Schiffe können als Heimatbasis für kleine Schiffe bis hin zu Korvetten dienen, und selbst für größere Schiffe wie Fregatten stehen Hangars zur Reparatur unter Atmosphärenbedingungen zur Verfügung. Im Aufbau befindliche Kolonien können durch Präsenz dieser Schiffe effektiv geschützt werden, bis die zivilen Behörden die Sicherheitsaufgaben übernehmen können. Wenn die Piraten in einem Sektor all zu anmaßend werden, wird auch schon einmal ein Schlachtkreuzer in Marsch gesetzt, um für Ruhe zu sorgen. In jüngerer Zeit werden sie bevorzugt auch dort eingesetzt, wo Überreste unbekannter außerirdischer Zivilisationen gefunden wurden - obwohl fraglich ist, was selbst diese mächtigen Kriegsschiffe im Ernstfall gegen die fremdartige Technologie ausrichten könnten.

Die Schiffe haben gegenüber den meisten Flotten menschlichen Ursprungs wenig zu befürchten. In der Tat ist nicht klar, wie man Schiffe dieser Größe vollständig zerstören könnte, solange ihre Antriebssysteme noch voll einsatzbereit sind. Zur Abwehr von Torpedos verfügen die Großraumschiffe über Abwehrsysteme wie Flugkörper und bewegliche Kanonen, und auch die an Bord mitgeführten Jäger und Interceptoren sind für diese Aufgabe gut geeignet.

Rege spekuliert wird darüber, wie ein direkter Kampf zwischen mehreren Großkampfschiffen, zu denen auch die Schlachtkreuzer gehören, ausgehen würde. Ihre Hauptwaffen sind üblicherweise starr eingebaut und vor allem für Orbitalangriffe konzipiert. Man kann davon ausgehen, dass sie beim Einsatz gegen Raumschiffe eine verheerende Wirkung entfalten würden. Es gab allerdings in der Geschichte des Terranischen Sternenstaats noch keine direkte Auseinandersetzung dieser Art, so dass die Ausmaße eines solchen Gefechts unter Kolossen nur geschätzt werden können.

Ähnlich wie früher die Nuklearwaffen erfüllen Schlachtkreuzer und andere Großkampfschiffe derzeit vor allem eine gegenseitige Abschreckungsfunktion. Demonstrationen auf unbewohnten Himmelskörpern haben gezeigt, welch verheerende und präzise Wirkung die Hauptwaffen eines Schlachtkreuzers auf die Zivilisation auf einer Planetenoberfläche haben könnten. Der gewissenlose Einsatz könnte in wenigen Stunden alle Kolonien auf einem Planeten dem Erdboden gleich machen und vermutlich auch eine erneute Besiedelung erschweren.

Es verwundert nicht, dass es in jüngerer Zeit Gerüchte gibt, dass der Trend zu noch größeren Schiffen gar nicht mehr in dieser Abschreckungswirkung begründet ist, sondern in einer realen Bedrohung. Die Meinungen zum Wesen dieser Bedrohung sind allerdings vielfältig und selten untermauert.

Alpha Spaceflight „Citadel” Klasse

Obwohl der Megakonzern Alpha Spaceflight erst um 2220 seine Pläne zum Aufbau einer eigenen Kriegsflotte an die Öffentlichkeit brachte - oder diese Pläne gezwungenermaßen an die Öffentlichkeit gebracht wurden - kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die Pläne für die verschiedenen Schiffsklassen, bis hin zu den ersten Schlachtkreuzern, schon viel früher im Konzept erstellt wurden. So muss es auch bei der „Citadel”-Klasse gewesen sein, deren erste Planungen auf das Jahr 2190 datiert werden. Der Kolonisierungsboom war zu dieser Zeit bereits in vollem Gange, und das Sicherheitsbedürfnis der Siedler im damaligen Rim groß genug, dass umfassende öffentliche Mittel für den Ausbau der Flotte des Terranischen Sternenstaats zur Verfügung standen. Dadurch, und durch die fortschreitende Reaktortechnologie, wurde auch die Entwicklung von bis dahin unvorstellbar großen Kriegsraumschiffen möglich. Das Tempo, in dem die Grenzen des zivilisierten Raums vorangetrieben wurden, und nicht zuletzt die Begegnung mit den gutmütigen Ychon mag außerdem die Militärs zur Vorbereitung auf weniger friedliche Begegnungen mit außerirdischen Lebensformen bewogen haben. Für Alpha Spaceflight, den größten Hersteller von Raumschiffen, war dies Grund genug, ein eigenes Konzept für ein superschweres Schlachtschiff zu ersinnen.

Aufbau

Die „Citadel”-Klasse wurde als Trägerschiff mit fest montierten Hauptwaffen, vornehmlich in der verstärkten Achtersektion, und mehreren Hangars für kleinere Schiffe, verteilt über die gesamte Länge des Schiffs, entworfen. Ein Großteil der schweren Panzerung sollte am Heck um Reaktor, Antrieb und Hauptwaffen konzentriert werden. Dennoch musste sich auch die Panzerung an den anderen Rumpfsegmenten nicht verstecken - wie der Name vermuten lässt, gleichen Schlachtkreuzer der „Citadel”-Klasse einer Festung.

Während die oberen Decks die Habitatmodule und Lagerräume sowie die großzügig ausgelegten Kommandostationen enthalten, ist der überwiegende Teil der unteren Decks für Hangars und Abschussrampen für automatisch gesteuerte Flugkörper vorgesehen, vor allem Marschflugkörper und Torpedos. Diese Aufteilung gibt den Schiffen dieser Klasse, aus größerer Entfernung betrachtet, eine sehr charakteristische lamellenartige Struktur in der unteren Rumpfsektion. Diese Struktur gründet sich auf abwechselnd geschichtete Flug- und Unterstützungsdecks, wobei die Flugdecks direkten Zugang zum freien Weltraum haben, wenn die großzügig bemessenen Schleusen geöffnet und die Gravschilde deaktiviert werden.

Bewaffnung

Zur Bewaffnung der „Citadel”-Klasse zählen vor allem kleinere Schiffe. Die Schlachtkreuzer können über tausend Jäger, leichte Bomber und Shuttles mitführen. Außerdem stehen für größere Schiffe vier Hangars von jeweils 90 m Länge zur Verfügung - groß genug, um als Reparaturwerft für Korvetten und sogar kleine Fregatten dienen zu können. Auf den Flugdecks in der unteren Rumpfsektion befinden sich Abschussrampen für Marschflugkörper und Torpedos, die gegen andere Schiffe oder auch Ziele auf der Oberfläche von Himmelskörpern dienen können. Diese Marschflugkörper können sich zumindest eine Zeit lang mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen, was sie auch für flüchtende Schiffe zu einer Bedrohung werden lässt. Am ganzen Schiff verteilt befinden sich ausfahrbare Geschütztürme zur Abwehr von kleinen Schiffen wie Jägern und Bombern sowie gegnerischen Projektilen.

Imposant sind die bis zu 200 m langen Hauptwaffen der „Citadel”-Klasse, die starr an den Rumfseiten montiert sind. Es handelt sich dabei um zwei elektromagnetische Strahlenkanonen und 14 große Railguns. Während die Railguns ein Kaliber zwischen 2000 und 3000 mm besitzen und eine eher gemächliche Feuerfrequenz von sechs Schuss pro Minute aufweisen, bieten die Strahlenwaffen ununterbrochene Energiefreisetzung bei 4000 mm Strahldurchmesser. Bei maximaler Intensität steht allerdings nicht mehr die volle Leistung für Antrieb und Schilde zur Verfügung. Die hohe Präzision und stufenlose Intensitätseinstellung dieser Kanonen macht sie dennoch zu einer sehr vielfältigen Waffe für orbitale Präzisiosangriffe. Die Hauptwaffen sind nicht für den Einsatz gegen andere Raumschiffe gedacht, obwohl ihr Wirkungsprinzip sie auch effektiv gegen Schiffe machen würde, deren Sternenantrieb ausgefallen ist.

Reaktor und Antrieb

Frühe Schiffe der „Citadel”-Klasse verwendeten einen Antimateriereaktor. Dieser erwies sich jedoch als unterdimensioniert, und es gab einige Probleme mit der Energieversorgung der Waffen und Schilde bei voller Antriebsleistung. Die Schlachtkreuzer waren in dieser Konfiguration auch nicht sonderlich schnell. Aus diesem Grund begann Alpha Spaceflight ab 2230 damit, alle im Dienst befindlichen Schiffe der „Citadel”-Klasse mit Singularitätsreaktoren nachzurüsten. Diese Reaktoren bieten eine wesentlich höhere Energieausbeute bei deutlich kleineren Abmessungen. Experten sind sich einig, dass die Schiffe ihr wahres Potenzial erst durch diese Aufrüstung entfalten konnten.

Kommando

Die Kommandanten der Schlachtkreuzer haben in der Regel einen Admiralsdienstgrad. Selbst in größeren Verbänden werden die großen Schiffe von Offizieren in diesem Dienstgrad befehligt. Die komplexe Hierarchie an Bord, bedingt durch den Flugbetrieb und die kleineren Schiffe, die unmittelbar dem Kommando des Schlachtkreuzers unterstehen, machen außerdem eine Vielzahl anderer hochrangiger Offiziere an Bord erforderlich. Schiffe der „Citadel”-Klasse verfügen über mehrere Kommandobrücken, die jeweils unterschiedlichen Aufgaben dienen, aber über die selbe technische Ausstattung verfügen. Bei Verlust eines der Befehlsstände kann somit ein anderer dessen Funktion übernehmen. Die Rollen der drei Hauptbrücken sind Flugbetrieb, Feuerleitstand und Navigationsbrücke.

A.S.S. Aeron

Die A.S.S. Aeron, ein Schlachtkreuzer der „Citadel”-Klasse von Alpha Spaceflight, wurde 2232 als sechstes der Schiffe dieser Klasse in den Dienst der Raumflotte Konzerns gestellt. Da zu diesem Zeitpunkt bereits einige Erfahrungen mit den Großkampfschiffen gemacht worden waren, konnte die „Aeron” schon ab Werft eine Vielzahl von Verbesserungen gegenüber den frühreren Vertretern ihrer Klasse aufweisen, so zum Beispiel den wesentlich leistungsfähigeren Singularitätsreaktor und Verbesserungen an den Waffensystemen.

Die „Aeron” war seit ihrer Indienststellung überwiegend im Outer Rim aktiv, wo sie schon einige Male in Kampfhandlungen mit größeren Piratenflotten verwickelt war. Diese Auseinandersetzungen endeten jedesmal mit dem Rückzug der feindlichen Verbände, nicht selten mit schweren Verlusten für diese Seite. Ernsthaft beschädigt wurde die „Aeron” dabei nie, obwohl es einen Vorfall gab, bei dem die Panzerung in der mittleren Bugsektion so stark beeinträchtigt wurde, dass sie in einem mehrwöchigen Werftaufenthalt ausgetauscht werden musste.

Die „Aeron” steht derzeit unter dem Kommando von Rear Admiral Stella Earshone, ihr Heimathafen ist Acrux im Outer Rim. Wegen der ausgedehnten Missionen und der großen Eigenständigkeit von Raumschiffen dieser Größe ist der Schlachtkreuzer dort allerdings nur äußerst selten anzutreffen.

© 2005-2008 Jörn P. Meier  •  Impressum  •  Datenschutz  •  Kontakt: webmaster@ionflux.org  •  Letzte Aktualisierung: 2009-05-20  •  Version: 2.0  •  Sprache: en | de  •  Die Texte auf dieser Seite unterliegen einer Creative Commons Lizenz. Sie dürfen die Inhalte dieser Website unter bestimmten Bedingungen in eigenen Projekten verwenden. Für weitere Informationen folgen Sie bitte diesem Link.