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Software

Software ist ein wichtiger Bestandteil in jedem Cyberware-System. Sie wird von den verschiedenen Modulen bereitgestellt oder separat von Datenchips oder aus dem Netz installiert. Die Funktionen, die von der Software erfüllt werden, können ein sehr breites Spektrum abdecken. Neben einem Betriebssystem, das den Zugriff auf die verschiedenen Komponenten des Cyberware-Systems steuert, gibt es einfache Anwendungsprogramme, modulspezifische Software, und komplexe Anwendungsprogramme. Letztere können den Benutzer bei bestimmten Aufgaben unterstützen, oder ihr sogar vollkommen neue Fähigkeiten verleihen.

In einem Cyberware-System sind die Prozessoren für das Ausführen der Software zuständig. Jede Software, die auf dem System läuft, nimmt Rechenleistung der Prozessoren in Anspruch. Falls zu wenig Rechenleistung zur Verfügung steht, kann die Software auch nicht ordnungsgemäß funktionieren. Abhilfe kann durch Einbau zusätzlicher Prozessoren oder Aufrüstung auf einen leistungsfähigeren Prozessor geschafft werden.

Kommerzielle Software für Cyberware-Systeme wird meistens auf verschlüsselten Datenträgern oder über das Datennetz verkauft. Es ist nicht unmöglich, illegale Kopien anzufertigen, allerdings setzen die Hersteller die besten ihnen zur Verfügung stehenden Schutzmechanismen ein. Nur sehr gute Hacker können die Verschlüsselung knacken. Für viele Anwendungen ist auch freie Software im Netz verfügbar. Allerdings lassen es sich einige Autoritäten nicht nehmen, bestimmte Arten von Software zu verbieten oder ihre Verfügbarkeit durch Gesetze einzuschränken, wenn sie eine Bedrohung darstellen. In diese Kategorie fällt vor allem Hacking- und Nanocontrolling-Software.

Jede Art von Software gibt es in unterschiedlicher Qualität und mit unterschiedlich großem Funktionsumfang. Meistens hat die Software den Zweck, den Nutzer bei einer bestimmten Tätigkeit zu unterstützen. Die Leistungsfähigkeit der Software wird in Form der Software-Stufe angegeben. Je höher die Stufe der Software, desto hilfreicher ist sie für ihren Anwender.

Soweit nicht anders angegeben, zählt die Softwarestufe als Bonus auf den Würfelpool einer Probe aus einem bestimmten Spezialgebiet. Das Spezialgebiet, für das die Software eingesetzt werden kann, ist für jede Art von Software angegeben.

Datenbanken

Datenbanken sind Sammlungen von wissenswerten Fakten zu bestimmten Themen. Sie können zwar nicht Erfahrung in einem bestimmten Spezialgebiet ersetzen, aber dafür sehr gut über etwaige Wissenslücken hinweghelfen. Im Gegensatz zu Software haben Datenbanken einen weit geringeren Bedarf an Rechenleistung, da der Prozessor nur zum Suchen von Einträgen herangezogen wird. Ähnlich wie Software werden Datenbanken auf Datenchips oder im Datennetz angeboten. Es sind für fast alle Gebiete aus Kultur, Wissenschaft und Technik spezialisierte Datenbanken erhältlich.

Genau wie Software unterscheiden sich auch Datenbanken stark in Umfang, Aufbereitung und Verständlichkeit der enthaltenen Informationen. Die Stufe einer Datenbank ist dabei ein Maß für ihre Qualität.

Die Verwendung einer Datenbank erlaubt es dem Benutzer, eine Wissenslücke bei Anwendung einer Fertigkeit aus einem bestimmten Spezialgebiet auszugleichen. Die Datenbank kompensiert durch ihre Stufe einen negativen Modifikator, der sich bei sehr speziellen oder ungewöhnlichen Problemen ergeben würde. Jede Art von Datenbank unterstützt den Benutzer bei Proben in einem bestimmten Spezialgebiet. Der maximale negative Modifikator, der durch eine Datenbank ausgeglichen werden kann, ist gleich der Stufe der Datenbank.

Gegenüber einer Datensuche im Netz hat die Datenbank den Vorteil, dass die Informationen übersichtlich sortiert sind und einfach abgefragt werden können. Außerdem stehen sie auch ohne Zugang zum Netz zur Verfügung. Bei Benutzung einer Datenbank ist keine Probe auf Datentechnik/Datensuche erforderlich.

Software kann nicht nur die Fähigkeiten ihres Benutzers unterstützen, sondern auch erweitern oder durch vollkommen neue Fähigkeiten ergänzen. Für diesen Zweck gibt es sehr aufwändige Software, die hauptsächlich auf Chips ausgeliefert wird. Solche Fertigkeitenchips stellen ihren Anwendern das gesamte nötige Wissen und die gesamte nötige Erfahrung einer bestimmten Fertigkeit zur Verfügung. Der Benutzer muss nur den Chip in das System einbinden, und sind ihre Möglichkeiten um die auf dem Chip gespeicherten Fähigkeiten erweitert. Die Software benötigt zur Ausführung einer Fertigkeit unmittelbaren Zugriff auf alle Funktionen des Gehirns und des Körpers. Daher erfordern Fertigkeitenchips ein Zerebralinterface und ein Net-Interface mit sehr hoher Bandbreite.

Fertigkeitenchips funktionieren vollkommen unabhängig von den erlernten Fähigkeiten eines Charakters. Wenn ein Fertigkeitenchip in das System eingelegt wird, können die auf dem Chip enthaltenen Fertigkeiten sofort eingesetzt werden. Andererseits sind sie auch eben so schnell wieder verschwunden, wenn der Chip entfernt wird.

Die Stufe eines Fertigkeitenchips entspricht dem Niveau der Fertigkeit, die durch den Chip emuliert wird:

Stufe 1 - bis Prof 1, FW 1

Stufe 2 - bis Prof 2, FW 4

Stufe 3 - bis Prof 3, FW 6

Die genaue Ausstattung und die zugehörigen Werte (Prof/FW) sind allerdings vom jeweiligen Exemplar abhängig. Auch kann ein Fertigkeitenchip sich auf eine bestimmte Spezialisierung einer Fertigkeit beschränken. Psionische Kräfte können unter keinen Umständen durch einen Fertigkeitenchip emuliert werden, auch wenn der Charakter eine Psionikerin ist.

Die Kosten eines Fertigkeitenchips, sowohl was den Ressourcenverbrauch betrifft, als auch den Marktpreis, sind davon abhängig, wie hoch die Steigerungsschwierigkeit der Fertigkeit oder Spezialisierung ist, die durch den Fertigkeitenchip emuliert wird. In der Tabelle sind daher Werte für typische Schwierigkeiten zwischen 1 und 6 enthalten.

Falls ein Charakter einen Fertigkeitenchip lange genug in ihrem Cyberware-System trägt, kann sie die Fertigkeit vom dem Niveau des Fertigkeitenchips ausgehend steigern. Dazu wird die normale Lernzeit benötigt. Falls der Chip danach allerdings wieder entfernt wird, ist das zusätzlich erlernte Wissen so lange unbrauchbar, bis der Chip wieder zur Verfügung steht. Natürlich kann die Fertigkeit in diesem Fall trotzdem noch ausgehend vom natürlich erlernten Niveau des Charakters gesteigert werden.

Fertigkeitenchips eignen sich allerdings auch, um eine Fertigkeit von Grund auf neu zu erlernen. Sie funktionieren dann ganz ähnlich wie ein Lehrer, meistens sogar etwas besser, da der Benutzer die Anwendung der Fertigkeit vom Chip aus erster Hand miterlebt. Sie hat Zugriff auf alle Sinneseindrücke, Nervenimpulse und Gedankengänge, die mit der Anwendung der Fertigkeit auf dem Niveau des Chips einhergehen. Für das Erlernen einer Fertigkeit durch einen Fertigkeitenchip muss der Chip von Zeit zu Zeit entfernt werden. Die nötige Lernzeit reduziert sich dabei auf 60% der Lernzeit ohne Verwendung eines Fertigkeitenchips.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über häufig eingesetzte Software und ihren Ressourcenbedarf. Weitere Informationen zu den Funktionen der einzelnen Softwarepakete finden Sie ebenfalls in diesem Abschnitt.

Bezeichnung Stufe csi
Kampfsoftware 1 -10
Kampfsoftware 2 -20
Hacking-Software 1 -50
Hacking-Software 2 -100
Nanocontrolling-Software 1 -100
Nanocontrolling-Software 2 -200
Fahrzeug-Software 1 -2
Fahrzeug-Software 2 -5
Drohnencontrolling-Software 1 -2
Drohnencontrolling-Software 2 -5
Datenbank (je Spezialgebiet) 1 -1
Datenbank (je Spezialgebiet) 2 -2
Fertigkeitenchip (S. 1-2) 1 -10
Fertigkeitenchip (S. 1-2) 2 -20
Fertigkeitenchip (S. 1-2) 3 -50
Fertigkeitenchip (S. 3-4) 1 -50
Fertigkeitenchip (S. 3-4) 2 -100
Fertigkeitenchip (S. 3-4) 3 -200
Fertigkeitenchip (S. 5-6) 1 -200
Fertigkeitenchip (S. 5-6) 2 -500
Fertigkeitenchip (S. 5-6) 3 -1.000
Cyberware - Software

Kampfsoftware - Kampfsoftware unterstützt den Benutzer beim Einsatz einer Schusswaffe. Es wird ein Net-Interface benötigt, um die Waffe, deren Spezifikationen und Zieldaten zu übertragen. Alle modernen Waffen verfügen über einen Transmitter und können mit Kampfsoftware eingesetzt werden. Falls die Waffe älter ist und über keinen Transmitter verfügt, kann sie ab Software Stufe 2 auch optisch erkannt werden. Die effektive Softwarestufe ist aber in diesem Fall um 1 niedriger als die tatsächliche Softwarestufe. Sobald die Kampfsoftware aktiviert und eine kompatible Waffe benutzt wird, können hilfreiche Zielmarkierungen ins Sichtfeld eingeblendet werden. Dies geht sowohl per VR-Schnittstelle, als auch durch ein Neural- oder Zerebralinterface. Bei Verwendung eines Zerebralinterfaces ist es sogar möglich, die Waffe automatisch per Gedankenimpuls abzufeuern. In diesem Fall kann die Waffe in einer reflexartigen Aktion gezielt und abgefeuert werden. Falls die Waffe bereits gezielt ist, ist das Abfeuern über ein Zerebralinterface sogar eine intuitive Aktion.

Hacking-Software - Diese Art von Software unterstützt Hacker bei ihrer Tätigkeit. Sie stellt wichtige automatisierte Werkzeuge für das Überwinden von Sicherheitsmaßnahmen, die Systemanalyse und die intuitive Programmierung zur Verfügung. Für erfolgreiches Hacking ist zumindest Software der Stufe 1 erforderlich. Hacking-Software ist in mehrere Kategorien eingeteilt, von denen jede einem speziellen Teilgebiet der Fertigkeit Hacking entspricht. Es ist aber üblich, die verschiedenen Bestandteile der Software im Paket zu installieren.

Nanocontrolling-Software - Nanocontrolling-Software übernimmt einen großen Teil der Koordination und Berechnung der Anweisungen, die für den effektiven Einsatz von Nanobots benötigt werden. Sie gehört damit zur Grundausstattung jedes Nanocontrollers. Nanocontrolling-Software wird in einfacher Form auch für autarke Nanobots in Deployern eingesetzt, die von jeder beliebigen Person verwendet werden können. Zur Aufgabe der Nanocontrolling-Software für Nanocontroller gehört vor allem, die gedanklichen Befehle des Benutzers möglichst schnell und wirkungsvoll in Anweisungen an das Netzwerk der Bots umzuwandeln und die Ausführung dieser Befehle zu überwachen. Die Steuerung von Nanobots per Gedankenbefehl erfordert zumindest Nanocontrolling-Software der Stufe 1. Ähnlich wie bei Hacking-Software gibt es für verschiedene Arten von Bots auch spezielle Software. Es ist aber üblich, die Grundausstattung eines Nanocontrollers im Paket zu installieren.

Fahrzeug-Software - Diese Software umfasst viele wichtige Funktionen, die von Grav-Piloten mit sportlichen Ambitionen benötigt werden. Die Software überwacht die Leistungsdaten der Maschine und die Umweltbedingungen und stellt sie dem Benutzer in übersichtlicher Form zur Verfügung. Bei Verwendung eines Zerebralinterfaces können gedankliche Befehle des Piloten optimal in Steuerbefehle für das Grav-Fahrzeug umgewandelt werden. So ist es möglich, die Maschine auch ohne Einsatz eines Autopiloten sicher bis an die Grenzen des Leistungsbereichs auszureizen und zu beherrschen. Die Software kann dem Piloten außerdem viele hilfreiche Zusatzinformationen über die Umwelt und das Flugprofil als VR-Overlay, oder mittels Zerebralinterface auch als direkten Sinneseindruck, übermitteln. Die Steuerung eines Fahrzeugs durch Gedankenbefehle erfordert immer zumindest Fahrzeug-Software der Stufe 1.

Drohnencontrolling-Software - Beim Drohnencontrolling kommt es darauf an, eine Vielzahl von Telemetriedaten übersichtlich zu ordnen und schnell und effektiv auszuwerten, damit auf neue Situationen rasch reagiert werden kann. Die Software unterstützt den Benutzer bei der gleichzeitigen Kontrolle zahlreicher teilweise autonomer Maschinen. Die Programmierung bestimmter Verhaltensweisen, Bewegungsmuster oder Aufträge für die Roboter wird durch die Software sehr vereinfacht. Bei Verwendung eines Zerebralinterfaces kümmert sich die Software um die Umwandlung gedanklicher Befehle in sinnvolle Steuersignale für die verschiedene Drohnen.

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