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Cyberware

Der Begrif Cyberware umfasst eine Vielzahl von fortschrittlichen Errungenschaften aus Biotechnologie, Computertechnologie und Robotik. Sie werden in den menschlichen Körper implantiert und können dort verschiedenste Funktionen erfüllen. Ihre Aufgabe besteht darin, die Fähigkeiten des Benutzers zu ergänzen und zu erweitern. Sie bieten aber auch sehr einfachen Zugriff auf nützliche Funktionen, für die man ansonsten Ausrüstung außerhalb des Körpers verwendet hat, wie zum Beispiel Geräte für Kommunikation und Unterhaltung. Die Miniaturisierung und spezielle Optimierung auf die Bedürfnisse eines menschlichen Organismus erlauben moderner Cyberware, ohne negative Konsequenzen für den Anwender verwendet zu werden. Cyberware ist modular aufgebaut und kann in vielen Fällen durch einen kleinen, ambulanten chirurgischen Eingriff erweitert oder ausgetauscht werden. Die Energieversorgung findet durch Energiezellen statt, die viele Jahre lang halten. Nur die vollständige Verbindung zwischen Gehirn und technischen Erweiterungen durch ein Zerebralinterface erfordert ein Verfahren, das aufwändig und teuer ist.

Dabei kommt modernste Nanotechnologie zum Einsatz, so dass die Aufrüstung nur in einem gut ausgerüsteten Labor stattfinden kann. Der Nutzen der Technologie ist allerdings so groß, dass sich nicht wenige Menschen der Prozedur unterziehen. Cyberware-Module sind dagegen wenig invasiv und erweitern die Fähigkeiten des menschlichen Körpers eher auf subtile Weise. Andererseits ist es auch möglich, komplette Gliedmaßen oder auch innere Organe durch kybernetische Systeme zu ersetzen. Am Ende der Entwicklung stehen der Cyborg - das vollständig robotische Lebewesen - und der Android, ein künstliches Lebwesen, das dem Menschen möglichst ähnlich sein soll.

Sogar das Gehirn eines Menschen kann mittels der fortschrittlichen Technologie kopiert und durch ein künstliches Organ ersetzt werden, so dass auch diese letzte Hürde für künstliches Leben überwunden wurde. Diese Regeln beschäftigen sich in erster Linie mit Ergänzungen einer biologischen Lebensform durch Cyberware-Systeme. Vollständige Cyborgs haben nur noch wenig mit normalen Menschen gemeinsam, und auch bei Androiden besteht die größte Übereinstimmung zum Menschen in der äußeren Erscheinung. Die besonderen Eigenschaften von Cyborgs und Androiden werden am Ende dieses Kapitels besprochen.

In diesem Regelteil wird Cyberware nur so weit erklärt, wie es für das Verständnis der Regeln erforderlich ist. Ausführliche Informationen zum Aufbau von Cyberware-Systemen und der Funktionsweise, Bedeutung und Geschichte der einzelnen Komponenten in der Welt von Xegity finden Sie im Kapitel „Technologie” der Xegity-Weltenbeschreibung. Die Xegity-Weltenbeschreibung ist als separater Band erhältlich.

Aufbau eines Cyberware-Systems

Im Mittelpunkt jedes Cyberware-Systems stehen ein oder mehrere Prozessoren, die die gesamte Rechenkapazität für die übrigen Module bereitstellen. Prozessoren sind untereinander über Ports verbunden. Die anderen Module sind Erweiterungen, die wiederum über einen Port mit den Prozessoren verbunden sind. Die Verbindung zwischen dem Computersystem und dem menschlichen Organismus funktioniert entweder über einzelne Neural-Interfaces, oder ein Zerebralinterface. Während Neural-Interfaces nur einzelne Nervenbahnen an das kybernetischen System anschließen, stellt ein Zerebralinterface die Verbindung mit allen Funktionen des Gehirns her - dies umfasst sowohl Zugriff auf alle aktuellen Sinneseindrücke, als auch auf tiefergehende Gedanken und Erinnerungen. Der Nutzer kann aber kontrollieren, welche Daten aus dem eigenen Gehirn tatsächlich an die Cyberware übermittelt werden.

Ports sind nur eine abstrakte Bezeichnung für die Möglichkeit, eine Verbindung zwischen verschiedenen Komponenten herzustellen. Praktisch werden sie einerseits durch drahtlose Verbindungen realisiert, andererseits aber auch durch spezielle Cyberware-Leitungen. Cyberware-Leitungen erlauben schnelle und zuverlässige Datenübertragung parallel zu Nervenbahnen und auch unabhängig davon. Sie sind mikroskopisch klein und können ohne größere Eingriffe mittels Nanotechnologie im menschlichen Körper „verlegt” werden.

Um ein Cyberware-System für einen Charakter zu entwerfen, sollten Sie zunächst entscheiden, welchen Umfang und welche Möglichkeiten das System haben soll. Bei kleineren Erweiterungen ist das System mit Neural-Interfaces, einem Prozessor und den nötigen Modulen bereits vollständig. Für komplexe Systeme oder bestimmte Charakterkonzepte wie etwa Hacker und Techcontroller ist ein Zerebralinterface nützlich. Hinzu kommen dann noch ein oder mehrere Prozessoren und die benötigten Module. Kybernetische Gliedmaßen, künstliche Organe und andere Erweiterungen können an jedes Cyberware-System angeschlossen werden. Sie erfordern nur einen Prozessor mit ausreichender Rechenleistung. Zum Schluss können Sie dann die für alle Komponenten benötigte Energieversorgung hinzufügen.

Ressourcen

Jede Komponente eines Cyberware-Systems stellt bestimmte Ressourcen für andere Systeme zur Verfügung, oder verbraucht Ressourcen, die von anderen Systemen bereitgestellt werden. Für die Regeln sind drei Ressourcen besonders wichtig. Dies sind Ports, Rechenleistung und Energieversorgung. Damit ein System ordnungsgemäß funtionieren kann, müssen alle drei Ressourcen augeglichen sein. Das heißt, die verfügbaren Ressourcen müssen in jeder Kategorie mindestens so groß sein, wie der Gesamtverbrauch aller Module in der betreffenden Kategorie. Diese Regel wird in den folgenden Abschnitten noch durch Beispiele verdeutlicht. Hier folgt erst einmal eine Übersicht über die drei Ressourcen:

Ports - Ein Port erlaubt die Verbindung einer Cyberware-Komponente mit einer anderen Komponente. Ports werden als Anzahl möglicher Verbindungen angegeben. Ein Port gilt als verbraucht, wenn in einem Cyberware-System eine Verbindung zwischen zwei Komponenten hergestellt wird. Prinzipiell kann jede Komponente mit jeder anderen verbunden werden, allerdings ist nicht jede Verbindung sinnvoll. Meistens werden verschiedene Module und Erweiterungen an einen Prozessor angeschlossen. Um die Übersicht zu vereinfachen, werden Verbindungen von einer Komponente zu einem Prozessor als negative Zahl angegeben, Verbindungen von einem Prozessor zu einer Komponente als positive Zahl. Das System hat dann ausreichend viele Ports, wenn die Gesamtsumme nicht kleiner als Null ist.

Rechenleistung (csi) - In einem Cyberware-System wird Rechenleistung benötigt, damit die Komponenten ihre Aufgaben ausführen können. Die Rechenleistung wird von Prozessoren zur Verfügung gestellt und in der Einheit „csi” gemessen. Prozessoren haben immer einen positiven csi-Wert. Komponenten, die Rechenleistung verbrauchen, haben einen negativen csi-Wert. Die Gesamtsumme aller csi-Werte in einem Cyberware-System darf nicht kleiner als Null sein.

Energieversorgung (cei) - Die meisten Cyberware-Komponenten benötigen im laufenden Betrieb Energie. Obwohl sie dabei sehr sparsam sind, kann die Energie nicht immer auf effiziente Weise dem Körper entnommen werden. Daher wird ein Cyberware-System mit Energiezellen ausgestattet, die mehrere Jahre lang halten und die Energieversorgung der anderen Komponenten Tag und Nacht sicherstellen. Die Energieversorgung wird, ebenso wie der Verbrauch, in der Einheit „cei” gemessen. Energiezellen haben positive cei-Werte. Komponenten, die Energie verbrauchen, haben negative cei-Werte. Die Gesamtsumme aller cei-Werte in einem Cyberware-System darf nicht kleiner als Null sein.

Nachdem alle Komponenten für ein Cyberware-System eingebaut sind oder neue Komponenten hinzugefügt werden, sollten alle drei Ressourcen überprüft werden. Falls eine Ressource nur in unzureichender Menge zur Verfügung steht, kann das Cyberware-System nicht reibungslos funktionieren, oder bricht sogar vollkommen zusammen. Es lohnt sich daher für Anwender von Cyberware, immer sorgfältig auf die ausreichende Versorgung des Systems mit den drei Ressourcen zu achten.

Mängel an einer oder mehreren Ressourcen in einem Cyberware-System führen immer zu unerwünschten Nebenwirkungen:

Sind zu wenige Ports verfügbar, dann können nicht alle Systeme gleichzeitig aktiv sein. Der Benutzer muss sich entscheiden, welche Systeme gleichzeitig aktiv sein sollen und die übrigen hardwareseitig abschalten.

Bei Mangel an Rechenleistung arbeiten die Cyberware-Systeme träge und langsam. Wenn weniger als drei Viertel (75%) der nötigen Rechenleistung bereitstehen, können einige der Systeme sogar vollständig ausfallen.

Bei Energiemangel können nicht alle Cyberware-Systeme gleichzeitig aktiviert sein. Ähnlich wie bei einem Mangel an Ports muss der Anwender dann entscheiden, welche Komponenten aktiv sein sollen, und die übrigen hardwareseitig deaktivieren.

Bedienung

Cyberware-Komponenten sind, ähnlich wie andere Computersysteme auch, mit einem VR-Interface ausgestattet, über das der Benutzer wichtige Kontrollfunktionen steuern kann. Das Interface lässt sich in einem funktionierenden System meist über einen besonderen Nervenimpuls, etwa einen bestimmten Muskelreiz, eine Finger- oder sogar eine Augenbewegung aktivieren. Dies erfordert eine reflexartige Aktion. Ist ein Zerebralinterface Teil des Systems, dann können alle Komponenten sogar per Gedankenbefehl gesteuert werden. Dies erfordert nur eine intuitive Aktion. Falls allerdings das Cyberware-System nicht vollständig funktioniert, hilft oft nur eine Notfallbedienung über unter der Haut angebrachte Sensoren. Ein solches Sensorpanel wird für jede Komponente mitgeliefert und kann an beliebiger Stelle unter der Haut implantiert werden. Der Anwender kann auch darauf verzichten, allerdings kann die Cyberware dann im Notfall nur von einem Experten mit entsprechendem Gerät deaktiviert werden. Von dieser Lösung ist also eher abzuraten. Die Bedienung über ein Sensorpanel erfordert eine normale Aktion.

Neural- und Zerebralinterface

Damit Cyberware funktionieren kann, muss eine Verbindung zwischen dem Nervensystem eines Lebewesens, meistens des menschlichen Benutzers, und dem Kern des Cyberware-Systems, den Prozessoren, hergestellt werden. Diese wichtige und komplizierte Aufgabe übernehmen in jedem Cyberware-System die Neural- und Zerebralinterfaces. Während ein Neural-Interface nur einzelne Nervenstränge in das System integriert, setzt ein Zerebralinterface direkt im Gehirn an. Dadurch können das gesamte Zentralnervensystem und alle Gehirnfunktionen direkt an das Cyberware-System gekoppelt werden. In diesem Anschnitt erfahren Sie mehr über diese beiden wichtigen Komponenten.

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Prozessoren

Cyberware-Prozessoren bilden den Mittelpunkt jedes Cyberware-Systems. Ihre wichtige Funktion besteht darin, anderen Modulen Rechenleistung zur Verfügung zu stellen. Außerdem kann auf diesen Prozessoren beliebige Software ausgeführt werden. Sie ersetzen damit für ihre Besitzer eine Vielzahl von Geräten, die sie ansonsten in externen Ausführungen mit sich herumtragen müssten. Da beliebig viele Prozessoren in ein System eingebaut werden können, ist diese Technologie sehr flexibel einsetzbar und gut erweiterbar. Cyberware-Prozessoren gibt es in verschiedenen Leistungsklassen, die natürlich bei der Anschaffung auch den Geldbeutel unterschiedlich stark belasten. Während die einfachsten Prozessoren für die meiste Anwendersoftware und häufig eingesetzte Module ausreichen, erlauben die fortschrittlichsten Versionen sogar die Ausführung von Prozessen, die künstliche Intelligenz verwirklichen.

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Module

Module ermöglichen einem Cyberware-System interessante und vielfältigen Funktionen, die dem Nutzer dann über das Zerebralinterface oder eine VR-Schnittstelle zur Verfügung stehen. Die äußere Gestalt der Cyberware-Module ist dabei ähnlich unterschiedlich, wie der Zweck, den sie erfüllen. Manche Moule haben Ähnlichkeiten mit menschlichen Körperteilen und können auch auf ganz ähnliche Weise eingesetzt werden. Andere wiederum bilden eine Schnittstelle zu externer Technologie, wie dem Datennetz, oder Maschinen, die per Cyberware gesteuert werden.

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Software

Software ist ein wichtiger Bestandteil in jedem Cyberware-System. Sie wird von den verschiedenen Modulen bereitgestellt oder separat von Datenchips oder aus dem Netz installiert. Die Funktionen, die von der Software erfüllt werden, können ein sehr breites Spektrum abdecken. Neben einem Betriebssystem, das den Zugriff auf die verschiedenen Komponenten des Cyberware-Systems steuert, gibt es einfache Anwendungsprogramme, modulspezifische Software, und komplexe Anwendungsprogramme. Letztere können den Benutzer bei bestimmten Aufgaben unterstützen, oder ihr sogar vollkommen neue Fähigkeiten verleihen.

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Körperteile

Künstliche Körperteile werden als Ersatz für ihre natürlichen Vorbilder verwendet. Dazu ist es erforderlich, das natürliche Gegenstück zuerst zu entfernen. Trotz dieses schweren Eingriffs bieten künstliche Körperteile viele Vorteile und kaum Nachteile. Sie bestehen aus leichten und stabilen Materialien, können leicht gegen schädliche Umwelteinflüsse resistent gemacht werden und halten viele Jahrzehnte, meist ohne die Notwendigkeit von Reparaturen. Künstliche Gliedmaßen können natürlichen Versionen problemlos strukturell und an Kraft überlegen sein. Ebenso sind künstliche innere Organe oft leistungsfähiger als die natürlichen Vorbilder, und außerdem nicht anfällig für Krankheiten. Die äußere Gestaltung der künstlichen Gliedmaßen erlaubt dem Benutzer große Freiheiten.

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Bioimplantate

Bioimplantate sind mit den Mitteln der Gentechnik unter Laborbedingungen gezüchtete Körperteile und Organe. Im Gegensatz zu kybernetischen Implantaten bestehen sie aus dem selben Material wie ein biologischer Körper und haben auch die gleichen Eigenschaften und Beschränkungen. Andererseits erlauben sie auch Modifikationen am Körper, die kaum von natürlich gewachsenen Merkmalen unterscheidbar sind und sich dadurch nahtlos in den Organismus einfügen. Manche Benutzer ziehen Bioimplantate den kybernetischen Körperteilen vor, da sie diese Erweiterungen für natürlicher halten. In der Praxis gibt es jedoch kaum Unterschiede, was den Komfort und das Aussehen betrifft, wenn Wert auf möglichst große Ähnlichkeit zu natürlichen Körperteilen gelegt wird.

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Dienstleistungen

Der Einbau und die Pflege von Cyberware-Systemen hat einen ganzen Sektor neuer Dienstleistungen hervorgebracht. Viele davon, vor allem die Operationen, sind Spezialgebiete der Medizin und werden von den darauf spezialisierten Berufsgruppen ausgeführt. Manche Dienstleistungen rund um Cyberware erfordern aber auch eine weit geringere Qualifikation. Sie werden sozugagen im Laden um die Ecke gegen geringe Bezahlung erledigt. Die Ergebnisse sind zwar durchwachsen, aber in der Regel kann man bei einem solchen Eingriff nicht viel falsch machen. Am anderen Ende des Spektrums liegen High-End-Modifikationen, die ein komplett ausgerüstetes Labor und eine ganze Heerschar von hochqualifizierten Experten erfordern

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Cyborgs und Androiden

Cyborgs und Androiden sind die höchsten Errungenschaften der Kybernetik, und kaum bestreitbar auch einer der größten technologischen Triumphe der Menschhheit. Es handelt sich dabei um zwei verschiedene Arten fast vollständig künstlicher Lebewesen. Während Cyborgs oft nur im Kern noch eine Gemeinsamkeit zum Menschen haben, nämlich in ihrem Bewusstsein, das in einem natürlichen oder künstlichen Gehirn steckt, wird bei der Gestaltung von Androiden größtmögliche Sorgfalt darauf verwendet, dass sie Menschen möglichst ähnlich sind. Allerdings wird auch dabei auf Materialien mit biologischem Ursprung verzichtet.

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