Beteigeuze, Alpha Orionis, oft auch einfach nur der rote Stern genannt, ist ein roter Riesenstern, einer der hellsten den man von Terra aus sehen kann, und daher seit jeher mit einer tiefen Symbolik behaftet (vorwiegend als Symbol des Krieges). Vielleicht ist es so zu erklären, dass schon sehr früh in der Geschichte des Terranischen Sternenstaats eine Expedition zu diesem Stern geschickt wurde. 2158 wurde unter dem Banner des CTR die erste permanente Kolonie im Beteigeuze-System eingerichtet. Die Grenzen des Rim waren damals noch nicht so weit vorangeschritten, jedoch wollte man mit der Besiedelung des Systems ein Zeichen setzen. Außerdem benötigte die im Aufbau befindliche Flotte des CTR eine Ausgangsbasis tief im unbesiedelten Weltall, um von dort aus die Operationen der Konzerne zu überwachen und eigene Forschungen anzustellen.
Viele Jahre lang führte die Kolonie eine Schattenexistenz ohne große Bedeutung. Zwar wird der Riesenstern von unzähligen felsigen Himmelskörpern umkreist, auf denen man Kolonien errichten oder Rohstoffe abbauen konnte, jedoch fehlte es einfach an ökonomischer Bedeutung - und der Rand der Zivilisation war noch weit entfernt. So wurde das System vor allem für Wissenschaftler und Entdecker interessant, die im Rim nach interessanteren Systemen suchen wollten. Erst nach und nach, als der Kolonisierungsboom um 2170 ins Rollen kam, gewann das System vor allem an militärischer Bedeutung.
Der CSE verstand Beteigeuze als Gemeingut der Menschheit und machte es den Konzernen schwer, dort Fuß zu fassen. Folglich suchten sich diese andere Ausgangsbasen im Rim. Dies war den Militärs des jungen Terranischen Sternenstaats natürlich sehr bequem, da sie ihre Operationen gerne abseits zu vieler neugieriger Augen durchführen wollten. Beteigeuze wurde so zum primären Flottenstützpunkt der TSSF erkoren und beträchtlich ausgebaut.
Heute ist das Beteigeuze-System nicht nur der größte Flottenhafen der TSSF, sondern eine Art Festung. Das gesamte System ist umgeben von schwer bewaffneten Raumstationen und Minenfeldern. Zudem ist Beteigeuze seit 2242 der zweite Heimathafen des Großraumschiffträgers „T.S.S. Twin Sun”, dem Stolz der TSSF (offiziell ist der Heimathafen Terra Haven, jedoch ist das Raumschiff praktisch nie im Core zu Besuch) und außerdem der Stützpunkt vieler weiterer Großraumschiffe der Flotte. Die Kolonie hat etwa 5 Millionen ständige Einwohner, von denen aber die meisten abkommandierte Soldaten sind. Zivilisten können im Beteigeuze-System selbst nur mit Sondergenehmigung leben und in den Festungsring ein- und ausfliegen.
Natürlich hält das niemanden davon ab, in einer der Kolonien rings um Beteigeuze zu siedeln und vom sicheren Markt zu profitieren, den es überall dort gibt, wo das Militär sich etabliert hat. Vor allem bieten diese Systeme zum Teil auch angenehmere Lebensbedingungen als Beteigeuze selbst, was sie für Kaufleute und Zulieferer interessant macht, aber natürlich auch für Leute, die eine sichere Beschäftigung in einer legalen Unternehmung suchen. Rings um Beteigeuze dominiert die Politik des CSE, und obwohl der Stern tief im Rim liegt, ist hier der Geist des Core deutlich zu spüren (zumindest, solange man sich nicht zu sehr mit den eher bärbeißigen und zynischen Soldaten der Flotte auseinandersetzt, die man dort überall antrifft). Piraten machen einen großen Bogen um Beteigeuze und die Nachbarsektoren - niemand der nicht all zu gesetzestreu ist, möchte den Schlachtkreuzern der TSSF oder gar einer apokalyptischen Kriegsmaschine wie der „Twin Sun” begegnen. Für Leute, die einfach nur gepflegt Geschäften im Rim nachgehen wollen und sich nichts zuschulden kommen lassen, ist diese Region dagegen ideal.
Natürlich hat all dies auch einige Schattenseiten, die von skrupellosen Geschäftemachern ausgenutzt werden. Den vielen Soldaten in und um Beteigeuze ist mangels richtigem Krieg oft langweilig, und so besteht ein hoher Bedarf nach Drogen aller Art und neuartigen VR-Unterhaltungsprogrammen. Verschiedene Syndikate führen insgeheim einen Kampf um diesen lukrativen Markt. Der CSE und auch die TSSF sind bemüht, diese Situation einerseits unter den Teppich zu kehren und andererseits vehement zu bekämpfen. Es ist aber nicht klar, inwieweit diese lukrativen Geschäfte nicht auch von den Magistraturen der umliegenden Kolonien gestützt werden (die vermutlich erhebliche Bestechungsgelder für die Duldung kassieren) so dass sich die Erfolge bislang in Grenzen halten - sehr zur Freude der Syndikate.