In den Weiten des Rim finden sich zehntausende Kolonien, von denen die meisten sehr klein sind und kaum eine große Rolle in Ökonomie und Politik des Terranischen Sternenstaats spielen. Hier haben sich die diversen Kräfte, die über die nötigen Ressourcen verfügten, im Laufe der Jahre ihre eigenen kleinen Reiche aufgebaut - meist mit der Absicht, den Raum für ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen zu erschließen, weniger der menschlichen Zivilisation. Der Einfluss der zentralen Regierung ist gering, und so findet man unter den Rim-Kolonien eine Vielfalt verschiedener Modelle. Einige werden stark geführt und mit viel Ideologie auf einem Kurs gehalten, andere sind weitgehend auf sich selbst gestellt und werden immer wieder zu einem Spielball der diversen Machtkämpfe der Randzone. Auf der anderen Seite stehen die fest etablierten Außenposten der Menschheit - die Rim Hubs. Dies sind brodelnde Superkolonien, die ihren Vorbildern aus dem Core in Größe, Bevölkerungszahl und wirtschaftlicher Bedeutung in nichts nachstehen.
Ziwschen den gewaltigen Rim Hubs und den verschlafenen, heruntergekommenen Mikrokolonien mit oft kaum mehr als 1000 Einwohnern findet man im Rim ein buntes Spektrum von menschlichen Siedlungen aller Größen und Formen. Manche Systeme und Planeten beherbergen gleich mehrere Kolonien, häufiger jedoch ist eine einzelne, kleine Kolonie, die den einsamen Außenposten der Menschheit in einem System des Rim darstellt. Sofern sie nicht mehr aktiv von einem Konzern oder der Regierung des Sternenstaats verwaltet werden, haben die Magistraturen hier relativ freie Hand bei der politischen Gestaltung. Entsprechend verschieden sind auch die politischen Ziele, Methoden und gesetzlichen Regelungen. Für den Raumfahrer, der weite Strecken im Rim zurücklegt, lohnt es sich immer, einen Blick in die Datenbank zu werfen, einerseits um den für das Vorhaben günstigsten Außenposten anzufliegen, andererseits aber auch, um gefährliche Zonen zu umgehen.
Nicht wenige Machthaber im Rim sind durch die unsicheren Verhältnisse und den geringen Kontakt zur Zivilisation größenwahnsinnig geworden, und haben geradezu mittelalterlich anmutende Machtsphären errichtet. Diese Planeten werden von den meisten informierten Rimmern eher gemieden, und nicht selten gibt es „Befreiungsversuche” durch die eine oder andere Fraktion. Diese resultieren dann zwar oft in Verschiebungen im Machtgefüge, aber selten in einer besseren Situation für die Bewohner. Auf der anderen Seite gibt es gerade auf den kleineren Rim-Kolonien wenig Handelsbeschränkungen, niedrige Gebühren und Steuern und großzügig ausgelegte Legalitätsgrenzen. So werden diese Kolonien besonders interessant für freie Händler, die sich dann immer wieder zu Handelsgesellschaften zusammenschließen, um sich Vorteile gegenüber der Konkurrenz zu sichern. Einige von ihnen haben im Laufe der Zeit beträchtliche Flotten aufgebaut, und sogar die Kontrolle über ihre Heimatkolonien ganz oder zumindest teilweise übernommen.
Manche Kolonien des Rim werden allerdings auch von Ausgestoßenen kontrolliert. Gelegentlich sind dies ehemalige Konzernkolonisten, die sich selbst überlassen wurden und sich dann, so gut es ihnen möglich war, eine Existenz im Rim unter ihren eigenen Regeln aufgebaut haben. Nicht selten sind es aber auch Personen, die sich dem offenen Kampf gegen die bestehende Ordnung verschrieben haben. Gerade im Outer Rim finden sich zahlreiche Kolonien von Gesetzlosen und Piraten. Da sie weder von den Konzernen, noch von der Regierung des Terranischen Sternenstaats toleriert werden (und auch keinen Respekt vor deren Gesetzen zeigen), können sie natürlich keine offene Herrschaft über Kolonien des Rim ausüben. Vielmehr suchen sie sich solche Welten, die ihnen neutral oder gar mit Sympathie gegenüberstehen, und etablieren dort ihre mobilen Basen - zumindest so lange, bis die TSSF oder eine Kopfgeldjägerflotte ihnen das Leben dort zu unangenehm macht. Dann ziehen sie mit ihrer Flotte weiter zu einer der anderen unzähligen Welten des Rim, die ihren Zielen zuträglich erscheinen.
Beteigeuze, Alpha Orionis, oft auch einfach nur der rote Stern genannt, ist ein roter Riesenstern, einer der hellsten den man von Terra aus sehen kann, und daher seit jeher mit einer tiefen Symbolik behaftet (vorwiegend als Symbol des Krieges). Vielleicht ist es so zu erklären, dass schon sehr früh in der Geschichte des Terranischen Sternenstaats eine Expedition zu diesem Stern geschickt wurde. 2158 wurde unter dem Banner des CTR die erste permanente Kolonie im Beteigeuze-System eingerichtet. Die Grenzen des Rim waren damals noch nicht so weit vorangeschritten, jedoch wollte man mit der Besiedelung des Systems ein Zeichen setzen. Außerdem benötigte die im Aufbau befindliche Flotte des CTR eine Ausgangsbasis tief im unbesiedelten Weltall, um von dort aus die Operationen der Konzerne zu überwachen und eigene Forschungen anzustellen.
Das System Acrux, Alpha Crucis, mit seiner gleichnamigen Kolonie ist nicht nur ein archetypischer Vertreter der Rim Hubs, sondern blickt auch auf eine bewegte Geschichte zurück, seit es im Jahr 2169 erstmals von Menschen kolonisiert wurde. Eigentlich handelt es sich bei Acrux nicht um einen einzelnen Stern, sondern um ein Dreifachsystem mit zwei weißen Riesensternen und einem kleineren weißen Zwerg. Für bewohnbare Planeten gibt es keine sonderlich stabilen Verhältnisse, um so verwunderlicher ist es, dass hier, etwa 100 Parsec von Sol entfernt, eine der größten Kolonien im zentralen Rim entstanden ist. Mit 65 Millionen Einwohnern ist die Acrux Kolonie 2246 eine geschäftige Metropole und ein wichtiger Knotenpunkt der Zivilisation zwischen Core und Rim. Heute liegt die Kolonie fest in der Hand des Konzerns Alpha Spaceflight. Es ist kaum noch etwas von den unsicheren Zeiten zu spüren, die die Kolonie und ihre Bewohner im 22. Jahrhundert durchlebt haben.