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Der Sternenantrieb

Der Sternenantrieb ermöglicht es den damit ausgerüsteten Raumschiffen, Reisen durch das Weltall mit Überlichtgeschwindigkeit zu unternehmen. Da dabei einige neuartige Naturgesetze ausgenutzt werden, treten keine lästigen Probleme wie Zeitverschiebungen auf.

max. Geschwindigkeit 0.5-20 pc/h
max. Beschleunigung 105-3·107 pc/s²
Sternenantrieb - Übliche Leistungsdaten

Funktionsweise

Der Sternenantrieb ermöglicht einem Raumschiff den Flug mit Überlichtgeschwindigkeit relativ zu einem besonderen Bezugssystem. Um in diesem besonderen Bewegungszustand zu verharren, muss während des gesamten Flugs Energie aufgewendet werden. Der Energiebedarf ist dabei von der Masse des Raumschiffs und der Geschwindigkeit abhängig. Die Bewegung findet nicht im Rahmen der klassischen Mechanik statt. Daher treten während der Beschleunigung und des Abbremsens keine Trägheitseffekte auf. Grundsätzlich finden Geschwindigkeitsänderungen bei Benutzung des Sternenatriebs auch für sehr massereiche Schiffe ohne Zeitverzögerung statt. Aus diesem Grund braucht man in der Regel einen Sternenantrieb mindestens gleicher Leistung, um ein anderes Schiff verfolgen zu können. Ist ein Schiff mit einem wesentlich leistungsfähigeren Sternenantrieb ausgestattet, dann ist eine Verfolgung in der Regel ausgeschlossen. Die mit dem Sternenantrieb erreichte Geschwindigkeit wird in Parsec pro Stunde (pc/h) angegeben, die Beschleunigung in Parsec pro Quadratsekunde. Ein Parsec pro Stunde entspricht im Vakuum etwa 28.590-facher Lichtgeschwindigkeit. Ein Parsec pro Quadratsekunde entspricht dem 3·1015-fachen der normalen Erdbeschleunigung (1 g). Man sieht daran, dass mit dem Sternenantrieb wirklich ganz neue Reisemöglichkeiten erschlossen wurden. Übliche Bereiche für die Leistungsdaten können der Tabelle entnommen werden.

Energiebedarf

Der Sternenantrieb ist bei den meisten Raumschiffen die Komponente mit dem höchsten Energiebedarf. In den Anfangstagen der interstellaren Raumfahrt war es ein großes Problem, überhaupt eine Energiequelle zu finden, die die benötigte Leistung kontinuierlich zur Verfügung stellen konnte. Erste Experimente mit ZPE-Reaktoren (z.B. in der „Unity”) erwiesen sich zwar als praktikabel, jedoch auch als zu gefährlich für den alltäglichen Einsatz. Daher dauerte es nach dem ersten Test des Prototypen im Jahr 2081 noch mehr als ein halbes Jahrhundert, bis 2145 das erste Raumschiff mit einem Sternenantrieb, die „L.T.S.S. Expectation”, einen erfolgreichen Flug absolvieren konnte. Die Energieversorgung bestand bei diesem Schiff aus einem Cluster von mehreren miniaturisierten Fusionsreaktoren. Aktuelle Muster verwenden überwiegend kombinierte Fusions-/Antimateriereaktoren oder reine Antimateriereaktoren. Bei sehr großen Schiffen kommen auch Singularitäts- und ZPE-Reaktoren zum Einsatz.

Nebenwirkungen

Für die Reisenden selbst im Innenraum eines Raumschiffs ist eine Reise unter Benutzung des Sternenantriebs ungefährlich, und meist auch ereignislos. Allerdings kann ein Raumschiff, das sich mit Überlichtgeschwindigkeit bewegt, immer noch schädlich auf Materie außerhalb des Schiffs wirken. In der Regel wird der Raum im Pfad des mit Überlichtgeschwindigkeit reisenden Raumschiffs kurzzeitig komplett von aller Energie geräumt, bevor sie hinter dem Schiff sozusagen wieder ins Kielwasser strömt. Das führt zur Vernichtung materieller Objekte im Pfad des Raumschiffs. Vor solcherlei gearteter Zerstörung kann man sich also nur schützen, wenn man ein mit Überlichtgeschwindigkeit herannahendes Raumschiff rechtzeitig abfängt.

Der Einflussbereich eines Sternenantriebs reicht in der Regel erheblich über das eigentliche Raumschiff hinaus. Das führt dazu, das Objekte in unmittelbarer Nähe eines Raumschiffs bei aktiviertem Sternenantrieb alle Bewegungen des Raumschiffs nachvollziehen. Da die Wirkung des Sternenantriebs mit zunehmender Entfernung rasch abfällt, muss das Feld des Antriebs stark genug sein, um auch ein benachbartes Objekt mit der gewünschten Geschwindigkeit mitnehmen zu können. Ansonsten fällt es irgendwann zurück und schließlich unkontrolliert aus dem Feld heraus, was zur Zerstörung des Objekts führen kann. In der Praxis bedeutet das, das ein großes Raumschiff mit aktiviertem Sternenantrieb ein kleineres mitnehmen kann, sofern die beiden Schiffe nah genug beieinander sind und der Antrieb stark genug ist. Man kann das Feld so justieren, dass es etwas größer wird, dafür aber eine weniger große Geschwindigkeit zulässt. Nähern sich zwei oder mehrere Raumschiffe, so dass sich die Wirkungsbereiche ihrer Sternenantriebe komplett überlagern, dann wirken sie wie ein einzelner Sternenantrieb mit der durchschnittlichen Leistung aller Antriebe. Dieser Effekt kann benutzt werden, um ein schnelleres Schiff an der Flucht zu hindern - vorausgesetzt, es lässt das langsamere Schiff dicht genug heran.

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